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Zuletzt aktualisiert: 19.07.2009 um 13:01 Uhr

Japanisches Weltraumlabor "Kibo" ist komplett

Mit der Fertigstellung des japanischen Weltraumlabors "Kibo" ist die Vollendung der Internationalen Raumstation ISS ein Stück näher gerückt. An der Raumfähre gibt es geringe Schäden.

Foto © APA

Gleich bei ihrem ersten Außenbordeinsatz haben die Astronauten der US-Raumfähre "Endeavour" am Samstag ihren wichtigsten Auftrag erfüllt: David Wolf und Timothy Kopra brachten in mehrstündiger Arbeit eine Art Vorbau für Experimente an "Kibo" an. Die ersten Experimente sollen schon in den nächsten Tagen dort aufgebaut werden.

Die Arbeit und die Kommunikation der Astronauten wurde aber durch ein defektes Mikrofon in Kopras Helm erschwert, von dem laute Störgeräusche ausgingen. Die Flugkontrolle gab sich danach erleichtert: "Den ganzen Außenbordeinsatz über diese statischen Entladungen hören zu müssen, ist ermüdender, als man sich das vorstellt", sagte der für Außenbordeinsätze zuständige Kieth Johnson in Cape Canaveral. "Aber ich denke, wir haben es durchgestanden."

Das japanische Weltraumlabor ist so groß, dass es in drei Shuttle-Flügen zur ISS gebracht werden musste. Es hat eine Milliarde Dollar gekostet. Bis zur Vollendung der ISS, die im kommenden Jahr abgeschlossen sein soll, fehlen aber noch einige Teile, darunter noch ein Verbindungsknoten mit Aussichtskuppel und zwei Forschungsmodule.

Wegen der Kommunikationsprobleme konnten Wolf und Kopra einige Aufgaben nicht erledigten, aber die beiden schafften es noch, eine Plattform für Ersatzteile zu lösen, die sich bei einem Einsatz vor einigen Monaten verklemmt hatte.

Später gab es für die Besatzung der "Endeavour" auch noch eine gute Nachricht: die Raumfähre hat beim Start durch die abbrechenden Stücke der Tankisolierung keine größeren Schäden erlitten, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre gefährlich werden könnten. Es gab nur 16 kleinere Schrammen an der Unterseite. Die Untersuchungen sollten aber noch fortgesetzt werden.

Die NASA erinnerte anlässlich der ersten Mondlandung vor 40 Jahren daran, dass der Außenbordeinsatz von Wolf und Kopra der 201. seit Neil Armstrongs Schritt auf den Mond war.

Die "Endeavour" dockte am Freitag in rund 350 Kilometer Höhe an der ISS an. Nachdem sich die Luken geöffnet hatten, kam es zum bisher größten Treffen von Erdlingen im All: Die sieben Astronauten der Raumfähre schwebten nacheinander in die Raumstation, wo sie von den sechs ISS-Bewohnern herzlich willkommen geheißen wurden.

"Willkommen", sagte der ISS-Kommandant Gennady Padalka am Eingang der Station zu den Neuankömmlingen. Shuttle-Kommandant Mark Polansky sagte: "13 ist eine ziemlich große Zahl, aber es wird für uns ein außerordentlicher Besuch." Neben der größten Menschenansammlung im Weltall war das Treffen auch das international gemischteste: Sieben Amerikaner, zwei Russen, zwei Kanadier, ein Japaner und ein Belgier. Die Geschlechterbalance war indes nicht gerade ausgewogen - auf zwölf Männer kam nur eine Frau.

Die "Endeavour" war am Mittwochabend im sechsten Anlauf in Cape Canaveral in Florida gestartet. Der Start war eigentlich schon für Mitte Juni geplant, wurde aber wegen technischer Probleme und schlechten Wetters fünfmal verschoben.


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