Die gottlose Botschaft ist in Wien angekommen
Plakate, die behaupten, Gott sei tot, sorgen international für heftige Diskussionen. Nun werden sie auch in Wien gezeigt. Die Kirche reagiert bislang gelassen.

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Die Wiener Atheisten scheinen es besser zu wissen und werben seit einigen Tagen auf Plakaten mit dem Satz: "Es gibt keinen Gott". Die Londoner Initiatoren der Ursprungs-Kampagne, waren da schon etwas vorsichtiger und haben 200 Busse einen Monat lang mit der Aufschrift "Es gibt wahrscheinlich keinen Gott" durch die Metropole an der Themse kurven lassen. Dadurch haben sich die Briten wenigstens der Beweislast entzogen, die von den Wienern mit ihrem unverrückbaren Urteil eingefordert werden könnte.
Aufgeregt haben die Plakate bislang nur die "Wiener Linien", die die Werbung, die von den "AtheistInnen und AgnostikerInnen für ein säkulares Österreich" in Auftrag gegeben worden sind, auf ihren Bussen abgelehnt haben. Deshalb wirbt mannun auf elektronischen Plakatwänden.
Gelassen blieb hingegen die katholische Kirche. "Schon Nietzsche hat behauptet "Gott ist tot' - nach einiger Zeit hat sich herausgestellt, Nietzsche ist tot und Gott lebendig", so Erich Leitenberger, Sprecher der Erzdiözese Wien. Er könne sich schwer vorstellen, dass eine solche Werbung Spuren hinterlässt. Schließlich scheine die Zahl der "überzeugten Atheisten" zu schrumpfen, während Religion in jüngster Zeit wieder eine zentralere Rolle einnehme. Grundsätzlich sei das Gespräch über Gott und seine Existenz "immer zu begrüßen", allerdings müsse es "auf Augenhöhe und mit Respekt vor dem jeweils anderen" geführt werden.
Religionsfreiheit
Mehr Probleme hatte schon der Österreichische Werberat mit der Kampagne. Er wurde von der GEWISTA um eine Stellungnahme dazu gebeten, ob die Sujets gegen die Selbstbeschränkungsregeln der Werbewirtschaft verstoßen würden. "Wir sind mit einer knappen Mehrheit dazu gekommen, dass auch für den Atheismus das Prinzip der Religionsfreiheit gilt", so der Geschäftsführer Markus Deutsch. Allerdings gäbe es Bedenken, dass religiöse Diskriminierung vorliege oder religiöse Gefühle verletzt würden.
Features
Fakten
Die Kampagne war schon in London, Washington, Barcelona und Madrid zu sehen und soll nun in Genua anlaufen. Dort verwehren sich allerdings die Busfahrer gegen die Aufkleber und bekommen Unterstützung von ihrer Gewerkschaft.
Reaktionen
In den meisten Städten ist die Kampagne sehr diskutiert worden, was vermutlich auch in Wien der Fall sein wird. Aber nur in Spanien haben sich Gruppierungen formiert, Hassmails verschickt und gedroht einen "atheistischen Bus" per Sprengsatz in den Himmel zu schicken.











