Kastration von Vergewaltiger in Rom gefordert
Die italienische Regierungspartei Lega Nord verlangt die zwangsweise Hormonbehandlung für Sexualstraftäter. Grund ist die Festnahme es 33-Jährigen in Rom, der in den vergangenen Monaten 13 Frauen vergewaltigt haben soll. Der Täter konnte dank der Beschreibungen mehrerer Opfer festgenommen werden, beteuert aber seine Unschuld.
Roberto Calderoli von der Lega Nord meinte, dass sich Italien an anderen Ländern ein Beispiel nehmen und als Bestrafung solcher Delikte chemische Kastration einführen solle. Bei der medikamentösen Form der Kastration werden die männlichen Sexualhormone blockiert oder ihre Produktion unterdrückt. Die Behandlung ist in der Regel rückgängig zu machen.
Laut einem Gesetzentwurf der Mitte-rechts-Parlamentarierin Maria Rosaria Rossi sollen Poster und Flugblätter mit Fotos und Phantombilder von Personen gedruckt und verteilt werden, die der sexuellen Gewalt oder der Pädophilie verdächtigt werden. Die mit "Wanted" bedruckten Poster sollen mit der Genehmigung der Justizbehörden veröffentlicht werden. "Damit werden die Bürger direkt für die eigene Sicherheit verantwortlich. Im Kampf gegen Vergewaltiger und Kinderschänder sollten alle Mittel eingesetzt werden", erklärte die Parlamentarierin.
Die Opposition kritisierte den Entwurf als "populistisch". "Diese Maßnahmen sind sinnlos, man hetzt die Bürger zur Selbstjustiz auf", sagte Ex-Sozialministerin Turco.
Die Regierung in Rom hat im Februar eine Verordnung mit Maßnahmen zur Bekämpfung der sexuellen Gewalt erlassen. Demnach sollen Personen, die der sexuellen Gewalt beschuldigt werden, bis zum Prozess hinter Gittern bleiben. Den Opfern von Sexualverbrechen erhalten kostenlose Rechtsbeihilfe.











