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Zuletzt aktualisiert: 01.07.2009 um 05:10 UhrKommentare

Staat lässt die Bergretter hängen

"Wir sind finanziell am Limit", schlägt der Österreichische Bergrettungsdienst Alarm. Subventionen des Gesundheits- und Landwirtschaftsministeriums stehen aus.

Foto © APA

Die Beobachter schauen gebannt: Unter dem Felsüberhang schwebend, seilt sich ein Bergretter mit einem Verletzen auf dem Rücken langsam ab nach unten, wo Kameraden mit der Vakuumsmatratze warten. Es ist "nur" eine Bergungsübung, doch in den Steilwänden der Karnischen Alpen um den Wolayersee an der Kärntnerisch-italienischen Grenze, stockt den Zuschauern der Atem, wenn sie sehen, was Bergretter riskieren.

Finanzieller Seilakt. Ganz real ist der finanzielle Seilakt, der den 11.000 freiwilligen österreichischen Bergrettern vom Staat zugemutet wird. "Wir sind absolut am Limit", schlug der Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes, Reinhold Dörflinger, aus Anlass der Übung Alarm. "Die Bergrettung muss dem Staat etwas wert sein. Es wäre ein Skandal, wenn wir wie schon vor Jahren sagen müssten, es gibt keine Bergrettungseinsätze mehr, weil wir die Unfallversicherung für die ehrenamtlichen Retter nicht mehr zahlen können", forderte Dörflinger von der Regierung dreijährige Finanzierungsvereinbarung.

Teilsubventionen. Derzeit warte man sogar auf 80.000 Euro zugesagter Teilsubventionen: 20.000 Euro hätte das Landwirtschaftsministerium noch unter Josef Pröll für Materialdepots zugesagt. Vom Gesundheitsministerium fließe eine Subvention von 32.000 Euro für die Rettungshundeausbildung schon seit 2008 nicht mehr. "Einzig das Innenministerum hat seine Finanzierungsaufgaben vorbildlich erfüllt", so Dörflinger.

Rettungshubschrauber. Bei der Übung, bei der auch ein ÖAMTC-Rettungshubschrauber eine Seilbergung aus einer Steilwand vorführte, lobte Generali-Vorstand Luciano Cirina die Leistungen der Bergretter. Die Generali ist Versicherungspartner der ehrenamtlichen Bergretter. Diese appellierten an die Kletterer und Wanderer um erhöhte Vorsicht, die heuer vor allem auf den vielen Schneefeldern nicht hoch genug sein könne. Bei Unfällen verhüte nur eine Bergekosten- oder Unfallversicherung vor hohen Bergungskosten. Die Bergretter müssten dafür rund 32 Euro pro Mann und Stunde verrechnen.

Ortsgruppen. Dem Einsatz der Ortsgruppen Lesachtal und Kötschach-Mauthen am Wolayersee, mit Besteigung von Hoher Warte und Rauchkofel, wohnten Medienleute bei, Bezirkshauptmann Heinz Pansi und der Lesachtaler Bürgermeister Franz Guggenberger.

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