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Zuletzt aktualisiert: 30.06.2009 um 05:58 UhrKommentare

Jetzt wird "Todesstrecke" entschärft

Nach einer Serie tödlicher Unfälle auf dem Gailtalzubringer kündigt Landeshauptmann Dörfler eine Entschärfung der Straße an. Am Donnerstag wird ein neuer Sonnenbogen aufgestellt.

Jedes Jahr fordert der Gailtalzubringer mindestens ein Todesopfer - insgesamt sind es jetzt schon zehn. Das schnurgerade 7,2 Kilometer lange Straßenstück hat sich zu einer der unfallträchtigsten Strecken Kärntens entwickelt. Landeshauptmann Gerhard Dörfler hat jetzt reagiert: Er will die "Todesstrecke" entschärfen.
Sicherheitsstudie. Am Freitag präsentiert er die Ergebnisse einer Sicherheitsstudie samt Optimierungsvorschlägen. Zuvor wird Dörfler am Eingang des Gailtals einen neuen Sonnenbogen aufstellen. Im Oktober des Vorjahres wurde der Arnoldsteiner Familienvater Raimund Kessler (39) von Holzteilen des zusammenstürzenden Sonnenbogens in seinem Klein-Lkw erschlagen. Ein Lkw-Lenker hatte die massive Leimbinderkonstruktion mit seinem Anhänger umgerissen. "Der Sonnenbogen zwei wird ganz gleich aussehen wie der alte. So war es der Wunsch der Region", sagt Landeshauptmann Gerhard Dörfler. "Er ist jetzt aber nicht mehr nur Eingangstor, sondern auch Mahnmal. Er trägt einen Trauerflor für alle Opfer." Gerade nach Unfällen mit Todesopfern hat es immer wieder Kritik an dem Straßenstück gegeben.

Entschärfung gefordert. Die Bürgermeister der angrenzenden Gemeinden fordern seit Langem eine Entschärfung. In Diskussion sind ein durchgängiges Überholverbot, neue Einbindungen, Reduzierung der Abbiegespuren und eine Geschwindigkeits-beschränkung auf unter 100 km/h. Welcher Vorschlag umgesetzt werden soll, will Dörfler noch nicht preisgeben. Ein Detail der Studie sei aber schon verraten: "Die Überprüfung der Unfälle hat ergeben, dass alle auf menschliches Versagen oder eine Verkettung unglücklicher Umstände zurückzuführen sind", sagt Dörfler. "Kein Unfall wurde durch ein Überholmanöver ausgelöst. Die Straße ist aus Sicht des Straßenbaues sicher." Was die Verkehrspolizei bestätigt. Viele Lenker fahren einfach zu schnell. Der Gailtalzubringer sei, so Dörfler, zudem ein emotionaler Straßenabschnitt. Jahrzehntelang haben Umweltschützer versucht den Bau zu verhindern.

CLAUDIA BEER-ODEBRECHT

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