Das Watt ist Weltkulturerbe
Freude auf Plattdeutsch: Was für die Nordsee nun gilt, hat Dresden verloren. Das Elbtal ist nicht mehr Weltkulturerbe und Deutschland überfällt das Gespött der Welt.

Foto © APDas Nordseewatt ist nun Weltkulturerbe
Es gilt als die wichtigste Arbeit des österreichischen Architekten Josef Hoffmann. Das Palais Stoclet in Brüssel verkörpert das Ideal des Jugendstils von einem Gesamtkunstwerk. An der Gestaltung des Wohnhauses, das Hoffmann zwischen 1905 und 1911 für den belgischen Bankierssohn Adolphe Stoclet baute, waren Handwerker und führende österreichische Künstler der Wiener Werkstätte beteiligt, darunter Gustav Klimt, Michael Powolny, Franz Metzner, Bertold Löffler, Leopold Forstner, Ludwig Heinrich Jungnickel und Kolo Moser. Seit gestern zählt der mitsamt seinem Interieur denkmalgeschützte Bau offiziell zum Weltkulturerbe der Unesco.
Belgien jubelt. Während Belgien über das Urteil der Welterbeschützer in Sevilla jubelt und sich Italien einen Tag nach der Verleihung des gleichen Titels für die Dolomiten immer noch an seiner neuen Weltsicht auf die Bergwelt berauscht, ist Deutschland zum Gespött der Welt geworden. Denn Dresden hat diesen Titel für das Elbtal nach einer jahrelangen Posse über einen geplanten Brückenneubau verloren.
Streit um Brücke. Jahrelang hat die Unesco versucht, das Dresdner Elbtal mit seinem Blick auf die einzigartige Silhouette der Stadt vor der Zerstörung zu bewahren, doch hat sich das Welterbekomitee am Ende nicht gegen den Bau der auch in der sächsischen Landeshauptstadt heftig umstrittenen Waldschlösschenbrücke durchgesetzt. Die Kommission ist hart geblieben. Sie signalisiert mit der Aberkennung die Botschaft: Wer ein Weltkulturerbe mutwillig zerstört, muss bestraft werden.
Watt ist Welterbe. Doch Deutschland kann sich trotzdem freuen. Denn als erste deutsche Naturlandschaft ist das Wattenmeer nach einem deutsch-niederländischen Gemeinschaftsantrag zum Erbe der Menschheit erklärt worden.
Mit Burkina Faso, Kap Verde und Kirgistan hat die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur drei Länder als Neulinge in die Liste aufgenommen. Dem westafrikanischen Land Burkina Faso sprach die Kommission für die Ruinen von Loropéni das UN-Gütesiegel zu. Dabei handelt es sich um über 1000 Jahre alte Befestigungsanlagen, die zum Schutz des Goldhandels in der Sahara errichtet worden waren und nur zum Teil ausgegraben sind.
Im zentralasiatischen Hochgebirgsland Kirgistan nahm die Unesco den heiligen Berg Sulamain-Too in die Liste auf. Der Berg mit seinen fünf Gipfeln und zahllosen Gebetsplätzen sei eine der bedeutendsten Kultstätten in Zentralasien, hieß es. In der westafrikanischen Inselrepublik Kap Verde hatte das Komitee zuvor die historische Stätte Cidade Velha als Welterbe anerkannt.










