Kärntner Schüler haben Angst vor dem Nachzipf
Zwei Wochen vor Notenschluss müssen viele Kärntner Schüler bei Entscheidungsprüfungen noch zittern, um einen "Fleck" im Zeugnis auszubügeln.

Foto © APA/Schlager (Symbolbild)Schöne Ferien oder nicht? Das entscheidet das Zeugnis...
Die Sommerferien sind schon in Sichtweite - nur noch zwei Wochen und dann starten tausende Kärntner Schüler in ihren wohlverdienten neun Wochen andauernden Urlaub. Doch bis dorthin heißt es für viele noch ein drohendes Nicht Genügend im Jahreszeugnis zu verhindern. Und das durch eine Entscheidungsprüfung, denn sonst steht zu Beginn des nächsten Schuljahres ein Nachzipf an.
Kein Patentrezept. Was tun, damit einem dies nicht droht? Auf alle Fälle nichts, das unrealistisch ist. "Nachhilfe macht zu diesem Zeitpunkt keinen großen Sinn mehr. Jetzt kann es nur noch darum gehen, durchzukommen oder nicht", sagt Schulpsychologe Gert Lach. Intensivpauken ist angesagt. Der Schüler muss sich konzentriert mit dem Stoff auseinander setzen und zusehen, wie er sich am besten das Wissen aneignet. Dabei gibt es kein Patentrezept: Individuelle Lernphasen sollten allerdings voll und ganz ausgenutzt werden. "Es sollte einem einfach so wichtig sein, dass man die Chance, noch die Kurve zu kratzen, nutzt", sagt Lach. "Denn dann kann man unbeschwert die Ferien genießen."
Eltern haben wichtige Rolle. Den Eltern der Schüler kommt in den Wochen vor Schulschluss auch eine wichtige Rolle zu. Von Seiten der Schule gibt es ohnehin genug Druck. "Eltern sollen diesen von ihren Kindern nehmen", sagt Lach. "Und helfen, das Selbstvertrauen ihrer Kinder zu stärken und ihnen positive Perspektiven geben." Das Kind als faulen Schüler zu bezeichnen und es unter Druck zu setzen, ist kontraproduktiv.
Nachhilfe. Steht dann trotz aller Anstrengung ein Nicht Genügend im Jahreszeugnis, ist oft Nachhilfe der letzte Ausweg. Nicht ohne Grund boomen in Kärnten Nachhilfe-Institute. "Jährlich geben in Kärnten Eltern für ihre Kinder an die 14 Millionen Euro für Nachhilfe aus", sagt Rudolf Altersberger, stellvertretender Landesschulratspräsident. Einzel-Nachhilfe in einem Intensivkurs schlägt sich laut einer Studie der Arbeiterkammer teuer zu Buche: Eltern müssen mit zwölf bis 32 Euro pro Stunde in den Sommerferien rechnen. Wer sich für Nachhilfe in einer Kleingruppe entscheidet, muss fünf bis 26 Euro in der Stunde kalkulieren.
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AK-Tipps
Fragen Sie Bekannte nach guten Erfahrungen mit Nachhilfe-Instituten. Vergleichen Sie die Preise. Kurse mit einer größeren Anzahl an Unterrichtseinheiten sind meist günstiger. Achten Sie beim Preis-Check auf die Dauerder Einheiten. Bei Gruppenunterricht gilt: Je weniger Schüler pro Gruppe, desto besser der Lernerfolg. Vereinbaren Sie - wenn möglich - einzelne Probe-
Fakten
Vergangenes Jahr gab es insgesamt rund 11.000 "Fleck" in AHS- und BHS-Zeugnissen. Dabei stehen Nicht Genügend in Mathematik, Englisch und Deutsch ganz oben auf der Liste.












