Pflege: "Es drohen unwürdige Zustände"
Norwegischer Mediziner kritisiert fehlende Kommunikation mit Sterbenden und die oft unnötigen Leidenswege der Patienten.
"Wenn nichts mehr zu tun ist, dann ist unendlich viel zu tun", zeigt Stein Husebö bei einem Vortrag in Feldkirchen den Stellenwert der Sterbebegleitung auf. Weil auch in Österreich der Tod in den Familien gestorben ist und in die Spitäler und Betreuungseinrichtungen zog, müsse dort das medizinische Personal im Umgang mit Sterbenden und Trauernden geschult werden. "Wir brauchen Kompetenz an der Bettkante", sieht Husebö Handlungsbedarf. Der Mediziner aus Norwegen kritisiert fehlende Kommunikation mit Sterbenden und oft unnötige Leidenswege der Patienten. "In Österreich werden 50 Prozent der Kosten im Behandlungsleben eines Patienten in dessen letzten sechs Lebensmonaten ausgegeben. Das passiert, weil oft sinnlose, aber belastende Therapien durchgeführt werden", sagt Husebö.
Herausforderung.Husebö, ein Gegner der aktiven Sterbehilfe, sieht die Krankenpflege und Sterbebegleitung als Herausforderung der Zukunft. Allein die Zahl der über Achtzigjährigen wird sich bis 2040 verhundertfachen. Es drohen unwürdige Zustände. "Zwangsfernsehen, Zwangswindeln und Zwangsernährung sind schon heute ein Thema", warnt Husebö. In Österreich müssen bis 2019 30.000 Pflegebetten generiert werden. In Kärnten gibt es derzeit 185 von der Hospizbewegung ausgebildete Sterbebegleiter.










