Schwurprozess nach peinlicher Panne vertagt
Das Verfahren gegen eine 30-jährige Frau, die aus Rache die Liebhaberin ihres Ehemannes mit Säure überschüttet und zu töten versucht haben soll, ist am Dienstag im Wiener Straflandesgericht völlig überraschend auf den 12. August vertagt worden. An sich hätte in dem am Montag gestarteten Schwurprozess der Komplize der Frau als Zeuge befragt werden sollen, er schaffte es allerdings nicht nach Wien.
Der Cousin der Angeklagten ist in der inkriminierten Sache bereits im Juli 2006 vom Kreisgericht Banja Luka wegen Mitwirkung am versuchten Mord zu acht Jahren Haft verurteilt worden, während das Verfahren gegen die Frau auf Ersuchen der bosnischen Behörden von der Staatsanwaltschaft Wien geführt wird: Die 30-Jährige ist österreichische Staatsbürgerin.
Die zuständige Richterin hatte im April sämtliche Unterlagen dem Justizministerium geschickt, um für das Verfahren gegen die betrogene Ehefrau den Cousin stellig machen zu können. Über das Justizministerium sollte der Transport des Häftlings organisiert werden. Dabei wurde nach Recherchen der APA aber offenbar darauf vergessen, das Innenministerium zu verständigen, das dafür Polizeibeamte abstellen hätte müssen. Deren Aufgabe wäre es gewesen, den Zeugen an der Grenze in Empfang zu nehmen.
Als sich die Richterin im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus erkundigte, ob der Zeuge eingetroffen sei, wurde ihr lapidar mitgeteilt, dass es diesen Namen nicht gebe. Wo sich der Cousin derzeit befindet, ob er etwa in Begleitung bosnischer Wachebeamter an der Grenze auf seine Abholung wartet, war vorerst unklar. Eigentlich hätte die Verhandlung nach der nun ausgefallenen Zeugenaussage noch am Mittwoch in erster Instanz abgeschlossen werden sollen.










