Heftige Tornados in Deutschland
Zwei Wirbelstürme haben in Schleswig-Holstein teils heftige Zerstörungen angerichtet.

Foto © APA
Eine breite Schneise der Verwüstung zog ein Wirbelsturm am späten Dienstagabend durch den Ort Großsolt. Insgesamt elf Häuser wurden schwer in Mitleidenschaft gezogen und viele Dächer abgedeckt. Glimpflicher verlief das Unwetter in Neumünster: Gegen 19.30 Uhr knickte hier ein Tornado Bäume um und beschädigte das Dach eines Pferdestalls.
Oklahoma
Unwetter. Nach Angaben der Feuerwehr in Großsolt zog die Windhose in einer
Breite von rund 500 Metern drei Kilometer weit über den Ort. "Man sah
sie ankommen wie ein Turm", sagte er. Es habe einen riesengroßen
Blitz gegeben, anschließend sei ein Strommast abgeknickt und die
Leitung gerissen. Das Unwetter habe nur rund zehn Minuten gedauert.
Schäden. Bei einem Haus wurde das Dach komplett angehoben, bei einem
anderen eine Wand schwer beschädigt. Außerdem wurden in Großsolt
mehrere bis zu 100 Jahre alte Bäume mit bis zu 60 Zentimetern
Stammdurchmesser wie Streichhölzer umgeknickt. "Eine komplette
Baumkrone war vom Stamm abgedreht worden und auf eine Stromleitung
geflogen. Die mussten wir mit einem Kran herunterheben." Insgesamt
waren rund 50 Feuerwehrleute im Einsatz.
Lage in Österreich. Tornados sind auch hierzulande gar nicht so selten,
wie eine Auswertung der Zentralanstalt für
Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) zeigt. Demnach gab es seit 1951
rund 90 Tornados in Österreich.
Unwetter-Chronik. Otto Svabik von der ZAMG und Alois Holzer vom Kompetenzzentrum für
lokale Unwetter in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die
Unwetterchroniken seit 1951 ausgewertet. Dabei haben sie 250
kleinräumige Starkwind-Ereignisse identifiziert, wovon anhand der
Beschreibungen und des Schadensverlaufs 88 Fälle als Tornado zu
klassifizieren waren, sagte Svabik zur APA. Der Großteil
der übrigen Ereignisse waren sogenannte "Downburst", quasi
Luftlawinen, die durch vertikale Luftbewegungen bei Gewitter
ausgelöst werden.
Vorfälle. In den letzten Jahren wurden laut Svabik mehrere Tornados registriert: Einer am
1. Februar 2005 bei Innsbruck, und ein Fall in Oberösterreich, am 10.
Juli 2005 in Marschalling bei Geboltskirchen im Bezirk Grieskirchen.
In Kärnten trat zuletzt ein als Tornado eingestufter Wirbelsturm am
24. Juni 2004 in St.Veit an der Glan auf, zwei Jahre später wurden Camping-Gäste im Gurktal von einem heftigen Wirbelsturm überrascht. Die Feuerwehr meldete
damals: "Augenzeugen berichten über eine rauchähnliche Wolkensäule,
rotierend, aufsteigend". Auswirkungen waren mehrere zum Teil sich
kreuzende Waldschneisen, abgedeckte Hausdächer, und mehrere zerstörte
Fahrzeuge.
Größter Tornado in Österreich. Der folgenschwerste Tornado, der jemals in Österreich registriert
wurde, trat am 10. Juli 1916 in Wiener Neustadt auf. Dabei wurden 32
Personen getötet, mehr als 300 Personen verletzt und zahlreiche
Objekte zerstört oder schwer beschädigt.
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Der Tornado ist ein Wirbel-













