Abwäscher verkaufte Nacktfotos von Kindern
29-Jähriger gab sich im Internet als Kind aus und kam so an Mädchen (11 bis 13) heran, die ihm Nacktfotos von sich schickten. Hunderte Bilder gab er weiter. Nun muss er ins Gefängnis.
Wir müssen die Kinder stark machen", sagt Richter Manfred Herrnhofer zu den anwesenden Müttern im Gerichtssaal. Ihre Töchter wurden Opfer eines Pädophilen.
SMS-Portal.
Wegen pornografischer Darstellung Minderjähriger ist der Mann (29) aus Oberkärnten jetzt am Landesgericht Klagenfurt angeklagt. Er kontaktierte die Mädchen über ein SMS-Portal im Internet. Er gab sich als Zwölfjähriger namens Niko aus oder als 13-jährige Franziska oder...
Hunderte Aufnahmen.
Zuerst schickte er den Mädchen eher harmlose SMS. Dann forderte er sie auf, sich nackt zu fotografieren und ihm die Bilder über das Handy zu schicken. So kam er zu hunderten Aufnahmen, die er weiterverkaufte. Ein Jahr lang verdiente er mit den verwerflichen Fotos 180 Euro wöchentlich. Das Honorar ließ er sich als Guthaben auf sein Handy schicken. 470 einschlägige Dateien wurden auf dem Mobiltelefon des Mannes entdeckt.
Drohung.
"Wenn die Mädchen den Kontakt abbrechen wollten", weiß Herrnhofer, "drohte der Mann, die Bilder im Internet zu veröffentlichten." So, dass sie jeder nackt sehen kann - ihre Lehrer, ihre Mitschüler: einfach alle.
Weinende Opfer.
Ganz bewusst lässt der Richter auch einige Opfer in den Zeugenstand kommen. "Wisst ihr", sagt er den Kindern, "für die Nacktfotos, die der Angeklagte von euch verlangt hat, drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Er wollte mit euren Bildern nur Geld machen." Und weiter: "Bitte erzählt all euren Klassenkameradinnen, dass es Leute gibt, die sich im Internet als Kinder ausgeben, um an Nacktfotos zu kommen. Und passt in Zukunft besser auf, mit diesem Internet-Mist." Ein Opfer bricht in Tränen aus.
Vertrauen der Kinder.
In fast allen Fällen waren es die Mütter, die die Polizei eingeschaltet haben. "Dieser Mann hat die Neugier der Kinder bewusst ausgenutzt", sagt der Richter. Der Beschuldigte, der seit Jahren keine Freundin hat und als Abwäscher arbeitet, erschlich sich psychisch geschickt das Vertrauen der Kinder.
Seelische Entwicklung.
"Heute haben Sie die Mädchen gesehen und gehört. Tut es Ihnen wenigstens leid, was Sie angerichtet haben?", fragt der Richter den Mann. "Ja." "Er hat den Kindern in ihrer seelischen Entwicklung geschadet. Seine Vorgehensweise war verwerflich", sagt Staatsanwalt Friedrich Borotschnik.
Haft.
Der Oberkärntner wird zu zehn Monaten Haft, zwei davon unbedingt verurteilt (nicht rechtskräftig).










