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Zuletzt aktualisiert: 05.06.2009 um 18:33 UhrKommentare

Versperrtes Heim: Forderung nach mehr Personal

Eingangstüre von Pflegeheim rund um die Uhr verschlossen: Betreiber angezeigt. Durch Novellierung der Heimordnung soll die Betreuung der Pfleglinge verbessert werden.

"Der Chip ist für uns akzeptabel." So reagiert Heinz Wagner, Kärnten-Leiter des Vereins "VertretungsNetz", auf die Ankündigung von Caritas-Direktor Viktor Omelko, die Eingangstür im Pflegeheim Haus Klara im Rosental künftig offen zu halten.

Chip. Wie berichtet, hat das Absperren der Tür zu einer Anzeige geführt. Wagner als Bewohner-Vertreter hatte zudem kritisiert, dass Bewohner das Heim nicht verlassen dürfen, wann sie wollen. Sie seien eingesperrt und das sei "wie in einem Gefängnis". Ab Montag erhalten die Heimbewohner einen Chip, die Eingangstür wird mit einer elektronischen Schleife versehen. Will jemand weglaufen, piepst es.

Keine Verwahrung. Die Diskussion um das Haus Klara, bei dem es sich um eine gerontopsychiatrische Außenstelle handelt und in dem 72 Menschen mit chronischen psychischen Erkrankungen und zusätzlichem erhöhtem Pflegebedarf leben, ist damit aber vermutlich noch lange nicht vom Tisch. Wagners Vision: "Individuelle Betreuung, nicht Verwahrung! Menschwürde und Lebensqualität erhalten und ein so attraktives Angebot schaffen, dass niemand mehr weglaufen möchte."

Platz für Reformen. Die beste Unterbringung möchte auch Omelko den Bewohners des Hauses Klara zukommen lassen. Und er weiß, dass hier Platz für Reformen wäre. "Die Lösung des Problems ist mit dem Offenhalten der Tür nicht gegeben. Obwohl es Betreuer gibt, die eine gerontopsychiatrische Zusatzausbildung haben, bedarf es eines besseren Personalschlüssels", spielt Omelko den Ball in Richtung Politik.

Verordnung novellieren. Von dieser Seite gibt es Neuigkeiten. "Die Heimverordnung wird novelliert", sagt Andrea Meisslitzer, zuständig für Heim- und Anstaltspflege in der Abteilung 13 der Landesregierung. Das bedeutet, dass das Haus Klara künftig auch gesetzlich als das gewidmet sein muss, was es ist: eine Spezialanstalt. Derzeit ist das Heim mit allen anderen Pflegeheimen gleichgestellt. Omelko hofft dann auf mehr öffentliche Gelder, um mehr Personal einstellen zu können. Der Betrieb des Heimes kostet derzeit jährlich 2,1 Millionen Euro, wobei man ein Defizit von 125.000 Euro einfährt.

ULRIKE GREINER

Verein

"VertretungsNetz" vertritt Menschen in Alten-, Behinderteneinrichtungen und Krankenanstalten (Ausnahme Psychiatrie), die von Freiheitsbeschränkungen betroffen sind. Sämtliche Missstände werden gemeldet.

Strefrechtlich

"Freiheitsentziehung" ist ein schwerwiegender strafrechtlicher Tatbestand. Dass ein Pflegeheim deshalb angezeigt wird, ist laut Staatsanwalt äußerst selten. Kranz: "Der, der die Freiheitsbeschränkung anordnet, ist haftbar."

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