Bekenner-Mail zu Gebetshaus-Schießerei überprüft
Vier Tage nach dem Attentat auf die beiden Ravi Dass-Prediger in einem Wiener Gebetshaus haben Ermittler der Wiener Polizei rund 30 Zeugen der Schießerei mit einem Toten und rund einem Dutzend Verletzten befragt. Derzeit geht man einem angeblichen Bekennerschreiben nach, in dem die Khalistan Zindabad Force (KZF) die Verantwortung für den Anschlag übernimmt.
Die KZF setzt sich - auch mit terroristischen Mitteln - für einen unanhängigen Sikh-Staat Khalistan auf dem Gebiet des nordindischen Bundesstaats Punjab ein. Adressat der Bekennung war der Radio-Sender im Südlondoner Stadtteil Southhall, in dem eine starke Sikh-Gemeinde ansässig ist und wo es Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre zu Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Gruppierungen der Religionsgemeinschaft gekommen war.
"Derzeit wird geprüft, ob der Bekenneranruf echt ist oder ob es sich um Trittbrettfahrer handelt", sagte Polizeisprecher Michael Takacs. In der Bekennerbotschaft wird laut Radio Akash das nicht dem Sikh-Glauben entsprechende Verhalten der Ravi Dass-Gemeinschaft genannt.
Die mutmaßlichen Attentäter stammen laut der Polizei direkt aus dem Punjab in Indien oder benachbarten Bundesstaaten im Norden des Landes. Die 24- bis 45-Jährigen seien nicht miteinander verwandt, polizeilich lag gegen sie bisher nichts vor. Zwei der Männer halten sich seit 2001 bzw. 2008 illegal in Österreich auf, die restlichen stellten Asylanträge.
Der durch Schüsse schwer verletzte Prediger Sant Niranjan Dass befindet sich weiterhin auf dem Weg der Besserung. Er liegt streng bewacht in einem Wiener Krankenhaus. Unter den sechs Verdächtigen - über alle wurde U-Haft verhängt - gilt jener Mann als mutmaßlicher Haupttäter, der selbst einen Kopfschuss erlitt und nicht einvernommen werden kann, da er sich im künstlichen Tiefschlaf befindet.










