Startschuss für Mittelalter-Burgbau in Friesach
In der mittelalterlichen Stadt Friesach im Kärntner Bezirk St. Veit an der Glan wird eine neue Burg gebaut. Moderne Technik wird dabei allerdings von der Baustelle verbannt. Am Samstag erfolgt der Startschuss für das ambitionierte Projekt, das eine veranschlagte Laufzeit von rund 40 Jahren hat, immerhin werden dabei ausschließlich mittelalterliche Handwerksmethoden zum Einsatz kommen.
"Im Vordergrund steht eigentlich nicht der Bau, sondern die Innenstadtbelebung", sagte Bürgermeister Josef Kronlechner bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Friesach. Im Süden der Stadt soll auf der authentischen Baustelle eine "staufische Höhenburg" mit Bergfried, Wohnhaus, Stallungen, Wirtschaftsgebäude und Kapelle entstehen.
Die mittelalterlich gewandeten Zimmerleute, Schmiede und Pferdeführer arbeiten wie vor 800 Jahren. Besucher können also hautnah miterleben, wie früher gebaut wurde. So wird es an der Baustelle keine Parkplätze geben, Besucher müssen also durch die Innenstadt gehen.
Das Land Kärnten beteiligt sich an dem Projekt mit insgesamt 3,2 Millionen Euro. Außerdem sind die Alpen Adria Universität Klagenfurt, das AMS Kärnten und die Landesinnung Bau mit an Bord. Das Projekt soll sich finanziell ab etwa 2016 aus Zuschauereinnahmen selbst tragen. Auf der Baustelle und in der Forschung entstehen dauerhafte Arbeitsplätze für rund 50 Fachleute und angelernte Hilfskräfte. Auch Interessierten wird die Möglichkeit geboten, in bestimmten Phasen selbst mitzuarbeiten.
Ein vergleichbares Projekt wird derzeit in Guedelon in Burgund in Frankreich verwirklicht. Dort arbeiten seit 1997 rund 50 Menschen an der Errichtung einer normannischen Burg. In Guedelon zählt man jährlich rund 240.000 Besucher.











