Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
09. Februar 2010 22:07 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 235683 Mitglieder | 293 online
Grüner Daumen wurde Langfinger 28-Jähriger nach vier Wochen lebend geborgen Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Chronik Nächster Artikel Grüner Daumen wurde Langfinger 28-Jähriger nach vier Wochen lebend geborgen
Zuletzt aktualisiert: 08.05.2009 um 22:31 UhrKommentare

"Dümmster Zeitpunkt für CERN-Ausstieg"

Österreichische Physiker protestieren gegen den möglichen Ausstieg aus dem Kernforschungszentrum Cern. Kritik hagelt es auch von Seiten der Wirtschaft.

Foto © APA

Was auch passieren mag, wenn im Herbst am Cern in Genf die kleinsten Bausteine der Materie beinahe auf Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und durch den 27 Kilometer langen Tunnel gejagt werden, die Lorbeeren werden andere kassieren. Geht es nämlich nach Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP), wird Österreich leer ausgehen. Wie berichtet, kündigte Hahn an, mit Ende 2010 seine Cern-Beteiligung im Rahmen von jährlich 20 Millionen Euro zu kündigen.

Ungünstig. Ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt, kritisieren heimische Physiker einstimmig. "Denn gerade im Herbst 2010 könnte es zu ganz neuen Erkenntnissen im Bereich der Teilchenphysik kommen", sagt Christian Fabjan. Mit einem Austritt wären all die finanziellen und intellektuellen Anstrengungen der letzten Jahrzehnte zunichte gemacht.Fabjan, der selbst jahrelang am Cern geforscht hat, leitet nun das Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) in Wien, die wichtigste heimische Forschungsstätte für internationale Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Elementarteilchenphysik.

Katastrophe. Klarere Worte findet Walter Thirring, einer der renommiertesten Physiker Österreichs: "Das ist eine Katastrophe." Er befürchtet, dass Österreich hierbei mit negativem Beispiel vorangehen könnte. Thirring war seit der Cern-Gründung im Jahre 1954 in verschiedenen Funktionen tätig, 1968 bis 1971 sogar als Direktor des Forschungszentrums - und er erlebte eine der größten Errungenschaften in den letzten Jahrzehnten mit: die Erfindung des World Wide Web. Auch für Atomphysiker Karl Zankel, von 1968 bis 2001 am Cern tätig, ist dieser Plan nicht nachvollziehbar. Der Ausstieg sei "eine der dümmsten Ideen" und gerade zum jetzigen Zeitpunkt besonders unsinnig.

Auftrieb für junge Forscher. Claudia-Elisabeth Wulz, Leiterin einer österreichischen Forschergruppe rund um eine Entwicklung an Spurendetektoren mit Siliziumtechnoligie beim Cern weiß nicht, wie es für sie und ihr 60-köpfiges Team nun weitergehen wird. "Als Cern-Nichtmitgliedsland wird es in Zukunft schwieriger werden, Studenten für Praktika oder Forschungsaufenthalte am Cern zu beschäftigen", erzählt sie. Dabei hätten gerade die Entwicklungen rund um den Teilchenbeschleuniger LHC "jungen österreichischen Forschern enormen Auftrieb" gegeben. Fabjan ergänzt: "Der Vorwurf, wir seien im Cern international nicht stark repräsentiert, stimmt nicht. Die letzten zwei Evaluierungen haben uns sowohl im Bereich der Siliziumtechnologie als auch auf dem Gebiet der Datenanalyse sehr gute Noten erteilt."

Ausbildung wackelt. Und: "Wie soll Österreich jemals wieder einen Nobelpreis bekommen, wenn hochkarätige Wissenschaft mit Füßen getreten wird?", fragt sich etwa Studienvertreterin Carina Karner von der Universität Wien. Cern-Generaldirektor Rolf-Dieter Heuer betont, dass es sich bei Cern "nicht nur um ein Zentrum für Forschung, sondern auch für Technologie und Ausbildung" handle. Welche Konsequenzen hätte das für das Forschungsland Österreich? "Die Teilchenphysik würde in Frage gestellt werden", sagt Fabjan. Michael Scherz, Wirtschaftskammer, betont die Notwendigkeit internationaler Forschung: "Jeder Rückschritt ist schlecht."

Einigung erhofft. Als einziges Land bis dato ist Jugoslawien beim Cern ausgetreten. Das war 1961. Nachfolge-Staaten wie Slowenien sind aber längst wieder Mitglied.

Fabjan hofft, dass es erst gar nicht zum Austritt kommt. "Schon andere Nationen wie Schweden oder England wollten in der Vergangenheit aussteigen. Man hat sich jedes Mal mit dem Cern-Management geeinigt."


Werbung
Werbung


Steiermark > Graz

Schnee
Graz
min: -5° | max: -3°
7-Tagesprognose

Aktuelle Leser-Fotos

KLEINE.tv

Michael Jacksons Arzt: "Nicht schuldig"

Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte frühere Leibarzt von Michael Ja...Bewertet mit 5 Sternen

 

Neue Grippe

AP

Alles rund um das Thema Neue Grippe.



Unter Verbrechern

Kleine Zeitung DIGITAL/Erwin Scheriau

25 Jahre unter Verbrechern: Gerichtsreporterin Doris Piringer hat ein Buch über die spektakulärsten Fälle geschrieben.

E-Paper & Archiv

Events & Tickets

Rick Kavanian Tipp

Rick Kavanian

11.03.10 Graz
Tickets bestellen


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang