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Zuletzt aktualisiert: 25.05.2009 um 21:21 UhrKommentare

Traditionswirt kocht zum letzten Mal

Der Klagenfurter Wirt Josef Schreier sperrt heute sein Gasthaus in St. Ruprecht zu. Über die Zukunft des Hauses, das als Bordell im Gespräch war, ist noch nicht entschieden.

Wirt Josef Schreier kocht bald zum letzten Mal auf

Foto © OberlechnerWirt Josef Schreier kocht bald zum letzten Mal auf

Nach 45 Jahren harter Arbeit im Traditionsgasthaus Schreier ist es für Wirt Josef "Seppi" Schreier (59) nun an der Zeit, in seinen wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Heute hat das Gasthaus in der Klagenfurter St. Ruprechter Straße zum letzten Mal geöffnet. Leicht fällt Schreier das Zusperren aber nicht: "Fehlen werden mir vor allem meine Stammgäste. Für mich war das Lokal immer ein Wohnzimmer, wo sich meine Gäste wohlfühlen sollen." Was aus dem Gebäude wird, für das sich ein Bordellbetreiber interessiert, ist noch immer nicht entschieden.

Familienbesitz. 1928 pachteten Schreiers Großeltern das Gebäude von der Gemeinde. Als Schreiers Eltern das Gasthaus 1955 übernahmen, kauften sie es ein Jahr später. Somit ist es seit 1956 in Familienbesitz. "Ich bin hier groß geworden. Seit 45 Jahren arbeite ich nun schon im Betrieb mit", sagt der 59-jährige Wirt, der seine Koch-Lehre im Moser Verdino in Klagenfurt absolviert hat. Er selbst betreibt das 600 Quadratmeter große Gasthaus mit dem 300 Quadratmeter großen Sitzgarten seit 1981 in der dritten Generation.

Hausmannskost. Bekannt wurde das St. Ruprechter Traditionsgasthaus durch den günstigen Mittagstisch und die bodenständige Hausmannskost. Zu Spitzenzeiten verkaufte Schreier rund 200 Mittagessen am Tag. "Bei mir waren alle: vom Arbeiter bis zur Prominenz", sagt Schreier, der zum Beispiel Bundespräsidenten Heinz Fischer oder den ehemalige Landeshauptmann Leopold Wagner zu seinen Gästen zählte. Aber auch KAC-Cracks und Handballer schätzten das "Wohnzimmer" von Schreier.

Blick in die Zukunft. Pläne für die Pension hat der 59-Jährige schon einige: "Ich habe am Falkenberg einen 20.000 Quadratmeter großen Grund. Da werde ich meinem Hobby, dem Gärtnern, nachgehen." Jetzt fährt Schreier erst einmal zum Segeln an die Adria.

Mitarbeiter. Auch für seine neun Mitarbeiter geht mit der Schließung ein Stück Tradition verloren. "Josef Schreier war für uns mehr Freund als Chef", sagt Kellnerin Karin Jäger. Die Mitarbeiterin wolle die Zeit nicht missen.

KERSTIN OBERLECHNER

Gasthaus Schreier

1928pachteten schreiers Großeltern das Gebäude in der St. Ruprechter Straße

1955 übernahmen Schreiers Eltern den Betrieb, 1956 kauften sie ihn von der Gemeinde

Seit 1981 führt Josef Schreier den Gasthof in dritter Generation

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