Ägypten begann mit Massenschlachtung von Schweinen
In Ägypten hat am Wochenende die umstrittene Massentötung von Schweinen begonnen. In Kairo wurden 28.000 Schweine zu Schlachthöfen gefahren, nach Behördenangaben wurden am Samstag bereits 550 Tiere gekeult. Am Sonntag kam es in mehreren Orten zu Ausschreitungen wütender Schweinezüchter, 14 von ihnen wurden festgenommen.
Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums sollen die Massenschlachtungen drei bis vier Wochen dauern. Die Behörden hatten die Aktion zunächst als Vorsichtsmaßnahme gegen eine Ausbreitung der mexikanischen Grippe (vormals Schweinegrippe) dargestellt, dann aber erklärt, die Massenschlachtung habe nichts mit der Krankheit zu tun. Es handle sich um eine "allgemeine Gesundheitsmaßnahme". In Ägypten ist bisher kein Fall der neuen Grippe bekannt.
Die etwa 250.000 Schweine in Ägypten werden vor allem von koptischen Christen gezüchtet und verspeist. Im Islam gelten Schweine als unrein. Die Schweinezüchter hatten empört auf die Schlachtanordnung reagiert, da die Grippe laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch ausgelöst wird.
Die von Ägyptens Präsident Hosni Mubarak angeordnete Schlachtung war auch auf den Einspruch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestoßen, die die Aktion als unnötig bezeichnete.
Christliche Müllsammler lassen die Schweine organischen Abfall fressen, den sie in den Kairoer Haushalten sammeln. Im Viertel der Müllsammler in Kairo und in einer Ortschaft in der Provinz Kaljubia hatte es laut ägyptischen Medienberichten bereits am Donnerstag erste Zusammenstöße zwischen vom Staat bestellten Schlachtern und Schweinezüchtern gegeben. Nach Angaben der Polizei war jedoch keine so groß und gewalttätig wie jene am Sonntag.










