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Zuletzt aktualisiert: 20.04.2009 um 19:32 UhrKommentare

Neues Medikament gegen Aufmerksamkeitsdefizit-Störung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Störung gibt es auch bei Erwachsenen. Am LKH Klagenfurt startet jetzt eine Studie, bei der ein Medikament getestet wird.

Der klassische Zappelphilipp, wie ihn der Arzt und Autor Heinrich Hoffmann bereits Mitte des 19. Jahrhunderts dargestellt hat, kann nicht stillsitzen, ist leicht ablenkbar, spricht ständig dazwischen, wenn andere sich unterhalten, hört aber nicht richtig zu, wenn er selbst angesprochen wird . . . Und: Der klassische Zappelphilipp ist ein Kind. Für ihn hat die Wissenschaft längst ein Krankheitsbild definiert: ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitäts-Störung).

Neuere Forschung. Seit Mitte der 1990-er Jahre beginnen Forscher zu erkennen, dass es ADHS auch beim Erwachsenen gibt. Der breiten Öffentlichkeit ist das bislang weitgehend unbekannt. Als Josef Marksteiner vor einem Jahr das Primariat an der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am LKH Klagenfurt übernahm, richtete er auch eine ADHS-Ambulanz für Jugendliche und Erwachsene ein. Leiter ist Wolfgang Wladika, als Psychiater sowohl für die Behandlung von Kindern und Jugendlichen als auch von Erwachsenen ausgebildet. Eine ideale Kombination, denn die Wurzeln von ADHS beim Erwachsenen liegen in dessen Kindheit, in der das Krankheitsbild nicht erkannt oder zumindest nicht ausreichend behandelt wurde.

Erwachsene. "Vier bis sechs Prozent der Kinder leiden an ADHS. Als Erwachsene zeigen sich davon bei bis zu zwei Drittel ebenfalls Symptome", erklärt Wladika. Die Patienten kommen vorerst meist mit anderen Problemen zur Behandlung: innere Unruhe, Nervosität, Getriebensein, Persönlichkeitsstörungen, Sucht, Angststörungen, Depression, Kriminalität. Dahinter kann sich das ADHS-Syndrom, das übrigens ein extrem hohes Vererbungspotenzial aufweist, verbergen.

Multinational. Die Behandlung erfolgt auf medikamentöser und psychotherapeutischer Ebene. Jetzt wurde eine multinationale Studie gestartet, an der sich verschiedene europäische Länder, die USA - und eben auch das LKH Klagenfurt beteiligen. An Erwachsenen mit ADHS soll der Wirkstoff Atomoxetin getestet werden. "Das Medikament, das den Botenstoff Noradrenalin im Gehirn beeinflusst, ist für ADHS-Kinder bereits zugelassen. Für Erwachsene fehlt diese Zulassung noch", sagt Wladika. Für diese Pharmastudie am LKH Klagenfurt werden jetzt Versuchspersonen gesucht.

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