Schicksalsschläge machen langfristig depressiv
Depressionen machen vielen Patienten das Leben zur Hölle. 90 Prozent der Betroffenen leiden moderat bis sehr stark.

Foto © APA/KraakDepressionen sind oft ein chronisches Leiden
Die Leiden der Betroffenen sind enorm: Depressionen machen vielen Patienten das Leben zur Hölle. Schicksalsschläge führen offenbar zu einem deutlich erhöhten Risiko für diese psychische Erkrankung. 90 Prozent der Depressiven leiden moderat bis sehr stark. Dies erklärten am Freitag Experten beim internationalen Kongress der Psychiatrie-Epidemiologen (bis 19. April) am Wiener AKH.
Michaela-Elena Seyringer von der MedUni Wien konnte beispielsweise mit einer Umfrage unter 1.294 Personen im Durchschnittsalter von 73 Jahren in Dijon in Frankreich einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Schicksalsschlägen und später auftretenden Depressionen feststellen: "Insgesamt waren in der Gruppe der Befragten 11,9 Prozent depressiv. 41,6 Prozent hatten keinen größeren Schicksalsschlag hinter sich. Unter diesen Personen litten 5,8 Prozent unter Depressionen. Ein Schicksalsschlag im Leben ließ dieses Risiko auf 12,1 Prozent ansteigen, zwei oder mehr solcher Ereignisse auf 24,4, Prozent."
Depressionen sind oft ein chronisches Leiden, die meisten Betroffenen sind schwer bis schwerstens in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Dies ist das Fazit einer Umfrage unter 5.037 Menschen in Brasilien, die Maria Carmen Viana vom Institut für Psychiatrie der Universität von Sao Paolo durchgeführt hat.
5,3 Jahre lang depressiv. Die Expertin: "In den der Umfrage vorangegangenen zwölf Monaten hatten 10,4 Prozent der Befragten Depressionen (14,3 Prozent der Frauen, 6,1 Prozent der Männer, Anm.). Der Anteil der Menschen, die schon jemals in ihrem Leben daran gelitten hatten lag bei 18,4 Prozent (24,6 Prozent der Frauen, 11,4 Prozent der Männer, Anm.)." Zumeist hatte die Krankheit schon im Alter von 27 Jahren begonnen. Bis zum Durchschnittsalter der Befragten von 56,7 Jahren hatten die Betroffenen durchschnittlich 5,3 Jahre lang in depressiven Phasen gelebt.
Die Intensität der Symptome ist offenbar groß. 6,6 Prozent der Betroffenen hatten leichte Beschwerden, 18,8 Prozent moderate, 25,2 Prozent schwere und 47,9 Prozent sehr schwere Symptome. Maria Carmen Viana: "Mehr als 90 Prozent der Erkrankten litten also mittelschwer bis sehr schwer an ihren Depressionen. Die Rate der dagegen wirklich Behandelten war mit 37 bis 40 Prozent sehr niedrig."










