Neue Reisepässe: Auf der Suche nach dem richtigen Fingerabdruck
Viele Österreicher nutzten die Osterferien zur Ausstellung neuer Reisepässe mit Fingerabdrücken. Immer wieder kommt es aber bei der Abnahme der Abdrücke zu Problemen mit der Lesbarkeit.

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Einmal, zweimal, dreimal - bis zu achtmal kann es
notwendig sein, dass ein Fingerabdruck für den neuen Reisepass
genommen wird. Wenn das einzigartige Profil auf der Fingerkuppe nicht
gut lesbar ist, wie es bei einigen Berufsgruppen wie Bauarbeitern
aber auch Friseurinnen der Fall sein kann, ist der Aufwand, einen
richtigen, gut sichtbaren Fingerabdruck zu bekommen größer. Im
Extremfall müsste sogar auf den Fingerprint verzichtet werden.
Gespeichert werden im neuen Pass jedenfalls nur zwei, versichert das
Innenministerium.
Reger Andrang.
Im Grazer Servicecenter herrschte in der Karwoche großer Andrang,
die Ferienzeit nutzten viele zur Ausstellung neuer Reisepässe - schon
als Vorbereitung für die großen Ferien. Rund 170 Reisedokumente
werden in der steirischen Landeshauptstadt täglich von der
Servicestelle und der Bezirkshauptmannschaft Graz Umgebung
ausgestellt - vor der Neuerung waren es bis zu 250, erklärte eine
Mitarbeiterin der Servicestelle gegenüber der APA.
Probleme mit der Lesbarkeit.
"Es kommt durchaus vor, dass ein Fingerabdruck nicht möglich ist
oder nur ganz schlecht lesbar ist. Von den acht Fingern, die dafür
zur Verfügung stehen, werden dann alle gemacht und das System nimmt
die zwei, die noch am besten sind. Das dauert dann dementsprechend
länger", so die Servicebeamtin. Bis zu 20 Minuten benötige man dann
für das Beantragen eines neuen Dokuments. Dass gar nichts "ging", so
ein Fall sei ihr aber noch nicht untergekommen. Bei jedem zehnten
oder 15. - schätzt sie - gebe es aber Probleme mit der Lesbarkeit und
das nehme einiges an Zeit in Anspruch. Gerade in den Osterferien sei
der Andrang kaum bewältigbar gewesen: in den vergangenen Tagen habe
die Bezirkshauptmannschaft deswegen sogar um 10.00 Uhr vormittags
einen "Annahmeschluss" verhängt.
Kleiner Finger ausgenommen.
Mit Ausnahme der kleinen Finger - hier sind nicht genug
Papillarlinien vorhanden - kann von jedem Finger ein Abdruck genommen
werden, erklärte Christine Bachofner, Leiterin der zuständigen MA62
in Wien. Bei vorübergehenden Verletzungen oder Verbänden
beispielsweise werde ein sogenannter "Notpass" ohne Fingerprint
ausgestellt. Auch bei dauerhaften Prothesen werde wie bisher ein
gewöhnlicher Chipkarten-Pass ausgestellt. Dies alles sei in den
Dokumenten aber vermerkt, so Bachofner. Bachofner sieht keinen
Mehraufwand durch die Profil-Abnahmen, rechnet höchstens mit zwei,
drei Minuten, die der Vorgang nun länger dauern würde. Von den 19
zuständigen Bezirksämtern in Wien wurden innerhalb der ersten vier
Tage 3.100 neue Reisepässe ausgestellt. Insgesamt sind es pro Jahr
rund 150.000 in Wien.
Innenministerium.
Mit der großen Nachfrage "sehr zufrieden" zeigte sich das
Innenministerium. Laut der Österreichischen Staatsdruckerei, wo die
Dokumente produziert werden, wurden von den Österreichern seit
Einführung der neuen Pässe um 25 Prozent mehr beantragt als erwartet.
Dass nicht jede Fingerkuppe einwandfrei lesbar ist, sei bekannt,
stelle aber kein gröberes Problem dar, da mehrere Abdrücke abgenommen
werden können, hieß es. Die bei den Behörden abgenommenen
Fingerprints werden an die Staatsdruckerei übermittelt und infolge im
Pass gespeichert.
Features
Neuer Pass
Die Fingerabdrücke werden erst abgenommen, wenn der Reisepass abläuft und ein neuer fällig wird. Pässe behalten ihre Gültigkeit bis zum angegebenen Datum. Alte Pässe schränken die Reisemöglichkeiten nicht ein.
Kosten
Der neue Reisepass kostet wie bisher 69 Euro und wird binnen fünf Werktagen von der Post zugestellt.
EU-Richtlinie
Vorgegeben wurde die Änderung durch eine EU-Richtlinie. Die Speicherung der Fingerabdrücke soll den "Sicherheits-Pass" noch sicherer machen.











