Simonyi und 18. ISS-Besatzung zurück auf der Erde
Der US-Weltraumtourist Charles Simonyi (60) ist von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde heimgekehrt. Der Millionär und Software-Entwickler landete am Mittwoch nach seinem zweiten ISS-Besuch mit der 18. Langzeitbesatzung in einer Sojus-Kapsel wohlbehalten auf kasachischem Boden. Damit geht die Serie der von Russland angebotenen kosmischen Pauschalreisen zu Ende.
Wenn die Dauerbesatzung der seit zehn Jahren existierenden ISS in den kommenden Monaten auf sechs Mann erhöht wird, gibt es für Besucher keinen Platz mehr. Als Ausnahme könnte eventuell im Herbst noch einmal ein Startplatz für einen millionenschweren Hobby-Raumfahrer frei werden.
Der russischen Raumfahrttradition entsprechend wurde dem aus Ungarn stammenden Simonyi auf der Erde ein frischer Apfel überreicht. Die drei Raumfahrer mussten die erste Zeit nach der nicht ungefährlichen Landung in Decken gehüllt auf Klappsesseln verbringen, da ihre Muskeln durch den Aufenthalt in der Schwerelosigkeit deutlich geschwächt waren. Die Rückkehr zur Erde hatte um einen Tag verschoben werden müssen, weil das ursprüngliche Zielgebiet in der zentralkasachischen Steppe wegen Tauwetters überschwemmt war.
Gemeinsam mit Simonyi kehrten der russische Kosmonaut Juri Lontschakow und US-Astronaut Michael Fincke heim. Die Langzeit-Crew hatte während ihres sechsmonatigen Aufenthalts im All vor allem wissenschaftliche Experimente vorgenommen. Nach 2007 war es Simonyis zweiter Aufenthalt in der Raumstation. Für das Vergnügen zahlte er nach eigenen Angaben 35 Millionen US-Dollar (26,5 Millionen Euro), etwa zehn Millionen Dollar mehr als für seine erste Reise.
Auf der ISS soll die verbleibende 19. Langzeitbesatzung - der Russe Gennadi Padalka, US-Astronaut Michael Barratt und der Japaner Koichi Wakata - den vollen Stationsbetrieb mit künftig sechs Dauerbewohnern vorbereiten. Für Ende Mai ist der Start des zusätzlichen Trios geplant. Dann soll der Belgier Frank de Winne als erster Astronaut der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA das ISS-Kommando übernehmen.











