Dammbruch in Indonesien: Hundert Menschen vermisst
Nach dem Dammbruch nahe der indonesischen Hauptstadt Jakarta mit mindestens 77 Todesopfern haben Rettungskräfte nach etwa hundert Vermissten gesucht. Einsatzkräfte gruben am Samstag in Schlamm- und Trümmerbergen nach Verschütteten, wie die Behörden mitteilten. Bei dem Unglück am Freitag wurden demnach zudem 179 Menschen verletzt und Hunderte Häuser zum Einsturz gebracht.
Nach dem Dammbruch sei die Zahl der Todesopfer auf 77 gestiegen, hundert weitere würden noch vermisst, erklärte der Leiter des Krisenzentrums des Gesundheitsministeriums. Die genaue Zahl der Opfer sei schwierig festzustellen, weil einige Bewohner von Cireundeu und Ciputat, den betroffenen Vororten von Jakarta, die gleichen Namen trügen.
Rettungskräfte gruben weiter nach möglichen Verschütteten. Sie müssten sich durch viel Schutt arbeiten, gingen aber mit vollem Eifer an die Arbeit, sagte der Koordinator des Rettungseinsatzes. "Wir werden weitersuchen, bis wir zum Aufhören aufgefordert werden - wenn nötig, arbeiten wir bis tief in die Nacht", fügte er hinzu.
Der zehn Meter hohe Situ-Gintung-Damm war nach Angaben der Behörden wegen eines ungewöhnlich hohen Wasserdrucks in Folge starker Regenfälle gebrochen. Kritiker erhoben hingegen den Vorwurf, das 1933 errichtete Bauwerk sei nicht gut instand gehalten worden.
Das indonesische Forum für Umwelt erklärte, Anrainer hätten vor dem Unglück über Risse in dem Damm geklagt. "Die Zentralregierung und die örtlichen Behörden haben sehr langsam gehandelt", sagte der Leiter des Forumbüros in Jakarta, Slamet Daroyni. Die Regierung in Jakarta habe es versäumt, ein Warnsystem für die Anrainer des Damms einzurichten. Viele Menschen waren im Schlaf von den Fluten überrascht worden, mancherorts stand das Wasser sechs Meter hoch.











