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Zuletzt aktualisiert: 24.03.2009 um 20:42 UhrKommentare

Erfolgreiche Auftaktveranstaltung der "Plattform Migration" in Villach

Auftaktveranstaltung der "Plattform Migration" im Bambergsaal lockte hunderte Besucher. Das große Interesse überraschte sogar die Veranstalter.

Foto © kk/privat

Menschenrechte und Asylfragen bewegen die Villacher. Das zeigte der Platzmangel im aus allen Nähten platzenden Bambergsaal am Montag ganz deutlich. Die neue "Plattform Migration Villach" unter Sprecherin Burgi Decker lud zu ihrer Auftaktveranstaltung. Nach der Abschiebung von Tschetschenen vor einem Jahr habe man sich entschlossen, die Plattform zu gründen, so Decker. Bettina Gruber vom Friedensforschungsinstitut der Uni Klagenfurt, Walther Schütz von "Bündnis Eine Welt" und Hedwig Tortschanoff von der Plattform Integration von Ausländern bekannten, warum sie die neue, vereinsübergreifende Initiative unterstützen.

Referenten beeindruckt. Die Referenten Barbara Liegl und Bernd Mesovic zeigten sich vom Besucheransturm beeindruckt: "In Wien freut man sich über eine Handvoll Teilnehmer." Mesovic, deutscher Diplomsozialarbeiter und stellvertretender Geschäftsführer von Pro Asyl, vermittelte historische und aktuelle Migrationsgründe. Barbara Liegl, Mitarbeiterin am Ludwig-Boltzmann-Institut für Menschenrechte, meinte zum neuen Bleiberecht: "Nach meinem Wissenstand ist es, da es keine Ankoppelung an die europäischen Menschenrechte gibt, nicht unbedingt eine Verbesserung."

Asylpolitik bemängelt. In der von Kleine Zeitung-Redakteurin Elena Moser moderierten Diskussion bemängelten die Villacher die heimische Asylpolitik. Kritik gab es für die "Aussagen der Kärntner Landespolitiker". Die Diskutanten Georg Buss und Barbara Liegl forderten diesbezüglich Aktivitäten seitens der Justiz. Auf ihre Frage "Wann ist man integriert?" musste sich Migrantin Malika Oumghar letztendlich selbst eine Antwort geben: "Für mich bedeutet Integration das Erlernen der Sprache und gegenseitiger Respekt vor unterschiedlichen Kulturen."

Meinungsunterschiede. Eine Feststellung, die große Zustimmung fand. Mitdiskutant Werner Wintersteiner brachte es auf den Punkt, "es ist ein Projekt, das von beiden Seiten angepackt werden muss". Meinungsunterschiede gab es zur Forderung von Herwig Burian nach einer offiziellen Migrationsstelle beim Magistrat der Stadt Villach. Vizebürgermeisterin Gerda Sandriesser meinte, alle Abteilungen des Magistrates würden sich hier bereits stark einbringen.

Interkulturelles Straßenfest. Der grüne Bad Bleiberger Gemeinderat Sepp Götz lud bereits zum nächsten interkulturellen Straßenfest in Villach ein. Und der evangelische Pfarrer Joachim Ratke forderte mehr Mut, Unterstützung und Profil seitens der Medien in der Flüchtlingsthematik.

GERHARD LEEB

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