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    Zuletzt aktualisiert: 24.03.2009 um 16:20 UhrKommentare

    Mangelhafte Diagnose und Behandlung von Allergien

    Von den 1,6 Millionen betroffenen Österreichern wurde nur die Hälfte getestet.

    Pollenallergien sind im Vormarsch

    Foto © APAPollenallergien sind im Vormarsch

    25 Prozent der Österreicher leiden an Allergien, jedoch nur die Hälfte von ihnen hat sich einem Allergietest unterzogen und weiß somit über die chronische Erkrankung Bescheid. Im Durchschnitt dauert es sechs bis neun Jahre bis zur entsprechenden Diagnose, warnte die Österreichische Lungenunion (ÖLU) am Dienstag bei einer Pressekonferenz. Sie sieht enormen Handlungsbedarf und stellte mit dem Allergen-Chip sowie mit rekombinanten Allergenen zwei Innovationen vor.

    Neun Jahre bis zur Diagnose. Laut ÖLU besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen Allergikern und Asthmatikern. Rund 90 Prozent der Lungenkranken leiden gleichzeitig an Allergien. Umgekehrt bekommen an die 30 Prozent aller Allergiker Asthma. Dauert es neun Jahre bis eine Allergie diagnostiziert wird, so erkrankt ein Drittel der Betroffenen in dieser Zeit an Asthma. Otto Spranger, Sprecher der ÖLU fordert deshalb: "Kein Allergiker ohne Lungenfunktionstest, kein Asthmatiker ohne Allergietest."

    Facharzt für Allergologie. Den hohen Anteil unbehandelter Patienten begründet die ÖLU damit, dass die Bedeutung dieses Problems vom Gesundheitssystem nicht wahrgenommen wird. Notwenig seien eine bessere Ausbildung der Allgemeinmediziner, ein Facharzt für Allergologie, Allergiezentren in allen Bundesländern und Information der Bevölkerung.

    100 Euro Kosten. Mit dem Allergen-Chip können sich Patienten mit nur einem Tropfen Blut auf über 100 Allergien testen, so Rudolf Valenta, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allergologie und Immunologie (ÖGAI). Mit dem großteils in Österreich aus gentechnischen Verfahren entwickelten rekombinanten Allergenen kann mit geringen "Streuverlusten" behandelt und somit eine Desensibilisierung des Patienten erreicht werden. Das Problem dieser Technologien sind die Kosten für eine Diagnose via Chip von 100 Euro, die der Patient selbst zu tragen hat.

    Enormes Sparpotential. Werden Allergien frühzeitig behandelt und somit Asthmaerkrankungen vorgebeugt, ergebe sich ein enormes Sparpotenzial für das Gesundheitssystem. Während die Kosten für einen Heuschnupfen bei etwa 1.500 Euro pro Jahr liegen, kommt die Behandlung eines Asthmatikers auf mehr als das Sechsfache, so Norbert Vetter, Vorstand der 2. Internen Lungenabteilung des Pulmologischen Zentrums.


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