Eine Milliarde Menschen hat kein sauberes Trinkwasser
In Istanbul ist am Sonntag die Weltwasserkonferenz zu Ende gegangen. Umweltschützer kritisieren, dass die 20.000 Teilnehmer keine Antorten darauf gefunden haben, wie die Gefahr einer dramatischen Wasserkrise eingedämmt werden könne.

Foto © ReutersUNESCO warnt: Probleme mit Wasserversorgung könnten sich noch verschärfen.
Das Weltwasserforum in Istanbul ist am
Sonntag mit einem Appell für eine bessere Trinkwasserversorgung zu
Ende gegangen. In einer von Delegationen aus mehr als hundert Ländern
unterzeichneten Erklärung zum Weltwassertag forderten die Teilnehmer
gemeinsame Anstrengungen zur Lösung von Konflikten um Wasser, gegen
Überschwemmungen und Dürren sowie eine bessere Nutzung und Verteilung
der wertvollen Ressource. Der türkische Umweltminister Veysel Eroglu
bezeichnete die Erklärung als "wichtiges Dokument", das künftig als
Richtschnur auf Regierungsebene dienen werde.
Grundrecht auf Wasser. Zum Missfallen vieler Teilnehmer verzichtete die
Abschlusserklärung allerdings darauf, sauberes Trinkwasser als
Menschenrecht zu definieren. Frankreich, Spanien sowie mehrere Länder
aus Afrika und Lateinamerika hatten sich in den siebentägigen
Beratungen dafür eingesetzt, Wasser in dem Abschlussdokument des
Forums nicht nur als "menschliches Grundbedürfnis", sondern als Recht
zu bezeichnen. Auch der Präsident der Parlamentarier-Versammlung des
Europarats, Lluis Maria de Puig, hatte ein Grundrecht auf Wasser
vorgeschlagen.
20.000 Experten. Auf der einwöchigen Konferenz hatten mehr als 20.000 Politiker,
Wasserexperten und Aktivisten darüber diskutiert, wie Milliarden
Menschen besser mit sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen versorgt
werden können. Schon jetzt haben mehr als eine Milliarde Menschen kein sauberes
Trinkwasser, hatten die Organisatoren zum Auftakt des Treffens
erklärt. Im Jahr 2075 könnten drei bis sieben Milliarden Menschen in
Gebieten mit chronischem Wassermangel leben. Die Versorgung mit
Trinkwasser ist in Gefahr, wie die UNESCO warnt. Klimawandel und ie wachsende Weltbevölkerung drohen die Probleme zu verschärfen.
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Fakten
Ausgerichtet wird das Weltwasserforum unter dem Motto "Gräben überbrücken" vom Weltwasserrat. Dabei handelt es sich um eine überregionale Organisation, der zahlreiche Ministerien und Institutionen aus aller Welt angehören. Seit dem ersten Forum, das 1997 in Marrakesch stattfand, folgten alle drei Jahre Treffen in Den Haag, Kyoto und Mexiko-Stadt .










