Winnenden: "Ein gewaltiger Schritt zurück zur Normalität"
Fast zehn Wochen nach dem Amoklauf werden die Schüler der Albertville-Realschule in Winnenden werden wieder gemeinsam unterrichtet.

Foto © Reuters
Ein Transparent über dem Eingang heißt die
Schüler und Lehrer der Albertville-Realschule willkommen: "Wir freuen
uns, dass Ihr wieder da seid", haben Lehrerkollegen und Schüler der
anderen Winnender Schulen geschrieben. Am Montag, fast zehn Wochen
nach dem Amoklauf mit 16 Toten am 11. März, sind alle
Albertville-Schüler erstmals wieder in einem Gebäude in Winnenden zum
Unterricht zusammengekommen. Zuvor waren sie getrennt nach Klassen in
Gebäuden in Winnenden und umliegenden Gemeinden unterrichtet worden.
Alles neu.
Insgesamt 165 Container bilden nun auf dem Hartplatz des
Sportgeländes, unweit der "richtigen" Albertville-Schule, das
Provisorium für die 570 Schüler. Außer 20 Klassenzimmern sind in dem
U-förmigen Komplex auch ein Verwaltungsbereich mit Lehrerzimmer, dem
Rektorat und Sekretariat untergebracht.
Es riecht noch leicht nach frischer Farbe und vereinzelt stehen
Umzugkartons auf den Fußböden der Container. An einem Fenster hängen
aber bereits wieder bunte Blumen, in den Pausen rufen sich die
Schüler aus den gegenüberliegenden Fenstern etwas zu. Die Schüler der
zehnten Jahrgangsstufe schreiben in dieser Woche ihre
Abschlussprüfungen.
Zurück ins Leben.
"Wir haben einen gewaltigen Schritt zurück in die Normalität
gemacht", sagt der Winnender Oberbürgermeister Bernhard Fritz.
Schüler wie auch Lehrer hätten sich gewünscht, dass die Klassen bald
wieder zusammen in einem Gebäude unterrichtet werden. "Wir merken,
dass die Gemeinschaft uns trägt", sagt Annette Frik-Helber,
Elternbeiratsvorsitzende der Albertville-Realschule. Dass die Schüler
wieder gemeinsam in eine Schule gingen, sei ein "wichtiger
Etappenschritt" zur Stabilisierung der Psyche, sagt der Koordinator
der psychologischen Nachsorge in Winnenden, Thomas Weber.
Sicherheit und Ruhe.
Polizisten bei der Containerschule sollen weiterhin ein Gefühl von
Sicherheit und Ruhe verbreiten. Nach wie vor steht den Schülern und
Lehrern ein umfassendes psychologisches Betreuungsangebot zur
Verfügung. Schulpsychologen wie auch Psychotraumatologen sind vor Ort
und bieten den Betroffenen Gespräche an. Eine psychologische
Unterstützung soll langfristig etabliert werden.



















