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Zuletzt aktualisiert: 18.05.2009 um 17:45 Uhr

Winnenden: "Ein gewaltiger Schritt zurück zur Normalität"

Fast zehn Wochen nach dem Amoklauf werden die Schüler der Albertville-Realschule in Winnenden werden wieder gemeinsam unterrichtet.

Foto © Reuters

Ein Transparent über dem Eingang heißt die Schüler und Lehrer der Albertville-Realschule willkommen: "Wir freuen uns, dass Ihr wieder da seid", haben Lehrerkollegen und Schüler der anderen Winnender Schulen geschrieben. Am Montag, fast zehn Wochen nach dem Amoklauf mit 16 Toten am 11. März, sind alle Albertville-Schüler erstmals wieder in einem Gebäude in Winnenden zum Unterricht zusammengekommen. Zuvor waren sie getrennt nach Klassen in Gebäuden in Winnenden und umliegenden Gemeinden unterrichtet worden.

Alles neu. Insgesamt 165 Container bilden nun auf dem Hartplatz des Sportgeländes, unweit der "richtigen" Albertville-Schule, das Provisorium für die 570 Schüler. Außer 20 Klassenzimmern sind in dem U-förmigen Komplex auch ein Verwaltungsbereich mit Lehrerzimmer, dem Rektorat und Sekretariat untergebracht. Es riecht noch leicht nach frischer Farbe und vereinzelt stehen Umzugkartons auf den Fußböden der Container. An einem Fenster hängen aber bereits wieder bunte Blumen, in den Pausen rufen sich die Schüler aus den gegenüberliegenden Fenstern etwas zu. Die Schüler der zehnten Jahrgangsstufe schreiben in dieser Woche ihre Abschlussprüfungen.

Zurück ins Leben. "Wir haben einen gewaltigen Schritt zurück in die Normalität gemacht", sagt der Winnender Oberbürgermeister Bernhard Fritz. Schüler wie auch Lehrer hätten sich gewünscht, dass die Klassen bald wieder zusammen in einem Gebäude unterrichtet werden. "Wir merken, dass die Gemeinschaft uns trägt", sagt Annette Frik-Helber, Elternbeiratsvorsitzende der Albertville-Realschule. Dass die Schüler wieder gemeinsam in eine Schule gingen, sei ein "wichtiger Etappenschritt" zur Stabilisierung der Psyche, sagt der Koordinator der psychologischen Nachsorge in Winnenden, Thomas Weber.

Sicherheit und Ruhe. Polizisten bei der Containerschule sollen weiterhin ein Gefühl von Sicherheit und Ruhe verbreiten. Nach wie vor steht den Schülern und Lehrern ein umfassendes psychologisches Betreuungsangebot zur Verfügung. Schulpsychologen wie auch Psychotraumatologen sind vor Ort und bieten den Betroffenen Gespräche an. Eine psychologische Unterstützung soll langfristig etabliert werden.


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