17-Jähriger tot aus Trümmerberg in Köln geborgen
Die Einsatzkräfte an der Einsturzstelle des Kölner Stadtarchivs haben in der Nacht auf Sonntag, viereinhalb Tage nach dem verheerenden Unglück, einen der beiden Vermissten tot aus dem Trümmerberg geborgen. Die Suche wurde nach einem ebenfalls vermissten 24-jährigen wurde fortgesetzt.

Foto © APEin einziges Trümmerfeld: Die Überreste des Kölner Stadtarchivs
Unterdessen entschuldigten sich die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB)
für das bei offenkundig U-Bahn-Bauarbeiten entstandene Unglück.
KVB-Chef Jürgen Fenske sagte am Sonntag, "dass ich mich auch
entschuldigen möchte für das, was passiert ist". Die Entschuldigung
richte sich an die Angehörigen der Opfer, die geschädigten Anwohner
und all diejenigen, "die sich nun Sorgen machen um ihre Situation".
Dies sei aber ausdrücklich kein Schuldeingeständnis.
Wohnung im Dachgeschoss.
Der 17-Jährige hatte im Dachgeschoss eines der beiden Häuser
gewohnt, die das sechsstöckige Gebäude des Kölner Stadtarchivs mit
seinen wertvollen Dokumenten am Dienstag mit in die Tiefe gerissen
hatte. Seinem noch vermissten Nachbarn wurden kaum noch
Überlebenschancen eingeräumt.
Bergung verzögert.
Polizei und Feuerwehr bekräftigten, es gebe weiter keine Hinweise,
dass unter dem immer noch großen Trümmerberg in der Kölner Südstadt
weitere Menschen verschüttet sein könnten. Die Feuerwehr hatte am
Freitagabend mit der Suche nach den beiden jungen Männern begonnen.
Zuvor hatten einsturzgefährdete Nachbargebäude und Regen die
Bergungsarbeiten tagelang verzögert.
Ermittlungen.
Die Kölner Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch Ermittlungen
aufgenommen. Das Verfahren richtet sich laut Oberstaatsanwalt Günther
Feld derzeit gegen Unbekannt. Es gehe um den Vorwurf der
Baugefährdung sowie der fahrlässigen Körperverletzung und nun auch
der fahrlässigen Tötung. Aufschluss über die genaue Unglücksursache
erhoffen sich die Ermittler von drei Gutachtern, die bereits an der
Unglücksstelle tätig wurden.
Probleme mit Grundwasser-Ableitung.
Laut "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe) bezieht die
Staatsanwaltschaft auch angebliche Probleme bei der
Grundwasser-Ableitung an der U-Bahn-Baustelle vor dem eingestürzten
Stadtarchiv in ihre Ermittlungen ein. Dem Blatt zufolge sollen die
KVB seit längerem von ernsten Problemen mit einem von drei Brunnen
gewusst haben. Bei ihm ließ sich demnach der Wasserspiegel trotz des
Einsatzes leistungsstarker Pumpen nicht senken.
Dokumente schützen.
Unterdessen brachten Helfer zum Schutz der verschütteten Dokumente
des Stadtarchivs weitere wasserdichte Folien auf dem Schuttberg an.
Zugleich setzte die Feuerwehr die Arbeit an einem 40 Meter breiten
Schutzdach über der Unglücksstelle an. Die wertvollen
Archiv-Materialien gelten zusätzlich durch den ausgiebigen Regen als
gefährdet, der in den vergangenen Tagen über Köln niederging.












