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Zuletzt aktualisiert: 01.03.2009 um 05:00 UhrKommentare

Kärntnerin starb bei Tauchgang zu Schiffswrack

Tragödie um Klagenfurterin mit vielen offenen Fragen. Vier Jahre nach Tauchunfall in Istrien wurde Leiche am 15. Jänner bei Chioggia (Venetien) angeschwemmt. Polizei ermittelt.

Was geschah in den Nachmittagsstunden des 23. April 2005 nur wenige Seemeilen vor dem Fischerstädtchen Vrsar in Istrien? Diese Frage versuchen Hafenbehörde, Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft in Pula zu klären. Die damals 34-jährige Klagenfurterin Susanne P. war an diesem Tag in Begleitung von Sportsfreunden zu einem Schiffswrack in über 30 Meter Tiefe abgetaucht.

Suche ergebnislos. Der Tauchgang war geführt. Ein Österreicher tauchte mit einer Orientierungsleine voraus. In Abständen von vier Metern folgten Susanne P. und eine weitere Taucherin. Hinter der Dreier-Gruppe reihten sich noch zwei Zweier-Gruppen ein. In rund 25 Meter Tiefe verschwand die Klagenfurterin aus bis heute nicht geklärten Gründen aus dem Blickfeld der Taucher. Die Führer veranlassten sofort den vorschriftsmäßigen Aufstieg der gesamten Gruppe und schlugen vom Begleitboot, mit welchem sie unterwegs waren, Alarm. Binnen kurzer Zeit liefen große Suchaktionen an, die sich über mehrere Tage hinzogen - ohne Ergebnis. Am 13. Dezember 2007 wurde Susanne P. in Klagenfurt für tot erklärt. Am 15. Jänner 2009 bekam der Fall der verschollenen Kärntnerin eine tragische Wendung. In einer Bucht in der Nähe der Küstenstadt Chioggia im Süden der Lagune von Venedig ortete ein Fischer von seinem Boot aus einen menschlichen Körper, der am Ufer angeschwemmt worden war. Er schlug Alarm. Die sterblichen Überreste mit dem Neoprenanzug und der Pressluftflasche wurden geborgen und zur Obduktion auf die Gerichtsmedizin nach Venedig gebracht.

DNA analysiert. Bei einer genauen Untersuchung des Anzuges stießen Kriminalisten im Kragen auf den Schriftzug "Susi". Eine Abfrage im Schengen-Abgängigen-Register brachte die italienische Polizei auf die Spur von Susanne P.. Die Staatsanwaltschaft Venedig hat über das Bundeskriminalamt in Wien DNA-Proben von Angehörigen der Verschollenen angefordert. "Wir haben diese gesichert und zur Bestimmung ans kriminaltechnische Labor in Innsbruck geschickt", bestätigt Chefinspektor Bernhard Grilz, Sachbearbeiter des Falles beim Kriminaldienst des Klagenfurter Stadtpolizeikommandos. Für weitere Erhebungen wären Zeugen wichtig, die am 23. April 2005 in Vrsar waren.

PETER KIMESWENGER

Tauch-Dorado

Der Küstenstreifen vor dem Fischerstädtchen Vrsar auf der kroatischen Halbinsel Istrien gilt als eines der attraktivsten Tauchreviere in Europa. Unzählige Tauchbasen bieten Gästen ihre Dienste an.
Schiffswracks gelten unter Tauchern als besonders begehrte Objekte der Begierde. Zwischen Rovinj und Pula liegen über ein Dutzend gesunkener Passagier-, Kriegs- und Handelsschiffe auf dem Meeresgrund.
Besonders begehrt sind Tauchgänge - auch bei Nacht - zu den Wracks der "Baron Gautsch", einem k.u.k-Passagierschiff, und der britischen "Coriolanus". Beide Wracks sind behördlich geschützt.

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