Lawine riss Auto mit: Familie überlebte
Gewaltige Schneemassen donnerten gestern über die Felbertauernstraße bei Matrei in Osttirol. Pkw mit vier Menschen wurde in einen Wald geschleudert. Bange Momente für Retter.

Foto © RuggenthalerEinsatzkräfte bergen die Fahrzeuge
Dramatische Szenen und Schrecksekunden: Das gab es gestern Nachmittag auf der Felbertauernstraße in Matrei. Erst um 10 Uhr war die Verkehrsverbindung nach einer Lawinensperre frei gegeben worden. Womit niemand rechnete: Gegen 14 Uhr wälzten sich Schneemassen zu Tal. Die Lawine riss abseits bekannter Lawinenstriche eine 100 Meter breite Schneise in den Wald und verschüttete die Straße bis zu vier Meter hoch.
In ihrer Wucht rissen die Schneemassen zwei Pkw mit. Ein Auto war auf einer Haltestelle abgestellt. Im zweiten Fahrzeug, das Richtung Südportal fuhr, saß eine Familie aus Matrei - zwei Erwachsene und zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren. Die Lawine, durchsetzt mit Baumstämmen, erfasste die beiden Autos, drückte sie über die Leitschiene und über eine Böschung in den Wald. Sofort wurde Großalarm ausgelöst. Bergretter aus der ganzen Region, Lawinenhunde, Feuerwehr und fünf Hubschrauber setzten sich in Marsch. Als die Einsatzkräfte bei der Lawine eintrafen, trauten sie ihren Augen nicht. "Die Personen, die mitsamt ihrem Auto in den Wald gerissen worden waren, krochen über die Lawine herauf in Richtung Straße", berichtete Einsatzleiter Andreas Köll, der Bürgermeister von Matrei.
Unverletzte Kinder.
Alle vier Opfer wurden in das Bezirkskrankenhaus Lienz gebracht. "Der Mann und die Frau hatten Verletzungen unbestimmten Grades erlitten. Die Kinder waren unverletzt", sagte Köll.
Retter in Gefahr.
Doch mit der Versorgung der wie durch ein Wunder nahezu unversehrt gebliebenen Familie war der Einsatz nicht erledigt. 100 Rettungskräfte suchten noch Stunden lang die insgesamt drei Kegel der riesigen Lawine nach möglichen weiteren Verschütteten ab. Dampfsonden und schweres Räumgerät mussten eingesetzt werden. Dabei kam es auch zu einer brenzligen Situation. Ein eigens abgestellter Lawinenposten gab gegen 16 Uhr Alarm. Eine neue Lawine rollte Richtung Felbertauernstraße, direkt auf die Suchmannschaften zu. "Wir sind alle gerannt, was das Zeug hielt", schilderte der Einsatzleiter bange Momente. Aufatmen gab es, als feststand, dass die Lawine einige hundert Meter oberhalb des Einsatzortes zum Stillstand gekommen war.
Gesperrt.
Erst als feststand, dass sich unter den Schneemassen keine weiteren Menschen mehr befinden, wurde die Suche gegen 18 Uhr beendet. Die Felbertauernstraße bleibt wegen der großen Lawinengefahr auf unbestimmte Zeit gesperrt.
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Lawinenkegel auf der StraßeFoto © Martin 4
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Einsatzleiter Andreas KöllFoto © Ruggenthaler











