Zigarettenschmuggel im großen Stil aufgeflogen
Ein seit drei Jahren von den heimischen Behörden gesuchter Zigarettenschmuggler im großen Stil ist am Freitag in Niederösterreich gefasst worden. Dem Fiskus sei durch die Tätigkeiten des als "Phantom" bezeichneten Mannes ein Schaden in Höhe von mindestens 50 Mio. Euro entstanden, berichtete ein Sprecher des Finanzministeriums. Insgesamt wurden drei Personen gefasst.
Der Schmuggler soll 300 Millionen Glimmstängel allein nach Österreich gebracht haben, berichtete die "Kronen Zeitung" in der Sonntagsausgabe. Um die Menge zu verdeutlichen: In einem "guten Jahr" stellt die Behörde in Österreich 80 Millionen Stück sicher. Der Ministeriumssprecher, Harald Waiglein, bestätigte am Nachmittag gegenüber der APA, dass die Behörden schon lange auf der Spur des "Phantoms" waren. "Wir haben immer wieder Lager ausgehoben, der Drahtzieher konnte jedoch immer im Hintergrund bleiben."
Der Mann, ein Deutscher, ging sehr gerissen vor, verwendete mindestens acht Alias-Namen und gründete verschiedene Firmen. So hatte er u.a. Niederlassungen in Slowenien, den Niederlanden und in Russland. Zudem handelte es sich um Scheinfirmen, an deren Adressen gar keine Büros existierten. Beim Schmuggel deklarierte der Verdächtige z. B. als Eigentümer einer Elektronikfirma die illegalen Zigaretten als Kopierer. "Wir können der Gruppe 32 Containerlieferungen nachweisen", betonte Waiglein.
Die Frau des "Phantoms" arbeitete in einer Steuerberatungskanzlei und soll ihren Mann mit Insiderinformationen über Zollverfahren versorgt haben. "Sie steuerte auch das Wissen bei, wie Waren möglichst unverdächtig zu deklarieren sind", erzählte der Ministeriumssprecher.
Geschnappt wurde "Phantom" in einer Gemeinde im Bezirk Bruck/Leitha. "Wir haben das Lager observiert, wir wussten, dass jemand die Lieferung abholen muss", so Waiglein.









