Fotos der Opfer von Josef F. veröffentlicht
Die britische Boulevardzeitung "The Sun" hat Fotos von den Opfern von Josef F. veröffentlicht, der in Amstetten seine Tochter 24 Jahre in einem Keller gefangen gehalten, missbraucht und mit ihr sieben Kinder gezeugt haben soll. Die Bilder zeigen die Tochter von F. in Begleitung einer ihrer Töchter. Die Anwälte der Frau unterstrichen, dass ihre Mandantin keine Kontakte mit der Presse wünsche.
Die Anwältin Eva Plaz und ihr Kollege Christoph Herbst teilten in einer Stellungnahme im Namen der betroffenen Familie mit, dass die beharrlichen Versuche von Medienvertretern mit ihren Mandanten Kontakt aufzunehmen, eine "unzumutbare Beeinträchtigung ihres Lebens in Freiheit" darstellen würden. "Unsere Mandantin und ihre Kinder wünschen keinen Kontakt mit der Presse. Sie werden keine Interviews geben, sie haben keine Zustimmung zur Veröffentlichung von Bildern und/oder ihre Person betreffenden Inhalten erteilt und werden keine erteilen."
Das österreichische Medienrecht bietet im gegenständlichen Fall den Betroffenen allerdings keinen Schutz: Die Ausgabe der "Sun" soll - offenbar ganz bewusst - dem Vernehmen nach nicht in den deutschsprachigen Raum ausgeliefert worden sein. Auf der Online-Ausgabe des Massenblatts sind die Bilder nicht abrufbar. Laut Morawa Verlag, der die Zeitung in Österreich vertreibt, war die Ausgabe vom 9. Februar, in der die beiden Fotos abgebildet waren, nicht eingetroffen. Man sei jedoch von der "Sun" nicht über den Grund informiert worden. Die Opfer von Josef F. müssten die Verletzung ihrer Rechte in England geltend machen und sich dabei auf die Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) stützen, meinte Gerald Ganzger, der Natascha Kampusch unter anderem auch gegen die britische Boulevardpresse medienrechtlich vertreten hat.










