In vier Sekunden war 40 Jahre alte Brücke platt
Eine Punktlandung gelang gestern Kärntner Spreng-Team auf Wörthersee-Autobahn bei Velden. Landeshauptmann Dörfler durfte nicht zünden.

Foto © Helmuth WeichselbraunSpektakulär: Der Staub legt sich nach der Sprengung
Die Vorbereitung war, wie berichtet, höchst professionell. Die Anspannung groß. Mit einem gewaltigen Knall knickten am Samstag am frühen Nachmittag acht Stützen einer 155 Meter langen Brücke der Wörthersee-Autobahn bei Velden ein. In nur vier Sekunden senkte sich die Fahrbahn, eingehüllt in eine dicke Staubwolke, wie von Geisterhand in die Tiefe. Zwei Wochen wird es dauern, bis die Mitarbeiter des Wolfsberger Bauunternehmens Kostmann mit Hydromeiseln und Baggern die 40 Jahre alte Fertigteilkonstruktion zerkleinert und abtransportiert haben werden.
Zehn Zentimeter.
"Wäre ich Pilot, würde ich sagen: eine Punktlandung. Als begeisterter Jäger sage ich: ein Blattschuss". So kommentierte Sprengmeister Franz Schuster aus Stadlbach im Drautal seine hochexplosive Leistung.
Das schwierigste Kriterium: Nur zehn Zentimeter trennen die abgetragene Brücke von ihrer "Schwester", über die nun der gesamte Verkehr zwischen Velden-Ost und Velden-West rollt.
Gewaltige Kraft.
Für die Sprengung, die viele Schaulustige anzog, verwendete Schuster Nitropenta-Sprengstoff - hoch brisant. Das Pulver ist in Schüren eingearbeitet, die in die Bohrlöcher eingebracht werden. Die Sprengkraft beträgt 8000 Meter pro Sekunde.
Nur Sprengmeister darf zünden.Dem Wunsch von Landeshauptmann Gerhard Dörfler, den Zündmechanismus auszulösen, machte das Arbeitsinspektorat einen Strich durch die Rechnung. Dass sei nur dem Sprengmeister vorbehalten - hieß es. Für den Fall der Fälle stand der Kommandant der Feuerwehr Velden, Manfred Brugger, mit 18 Mann - sie sorgten für die Absperrung der Sicherheitszonen - und Notarzt Robert Starnitznig, in Rufkontakt mit der Crew des Öamtc-Notarzthubschaubers C 11, bereit.
Nächste Sprengung.Eine zweite, 67 Meter lange Brücke beim 19-Millionen-Baulos wird entgegen ersten Ankündigungen erst im Juni gesprengt - hoffentlich wieder maßgenau auf Zentimeter.
Features
Fotoserie
Fotoserie
Fakten
19 Millionen Euro kostet die Baustelle, bei der die Fahrbahn, der Lärmschutz und einige Brücken saniert werden. Während des Ausbesserungsarbeiten an der drei Kilometer langen Strecke, kommt es zu Fahrbahnverengungen. Dadurch wird der Verkehr etwas stocken, obwohl beide Fahrstreifen befahrbar bleiben sollten.















