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Zuletzt aktualisiert: 12.02.2009 um 15:13 UhrKommentare

15 Monate Haft für Juwelen-Hehler

Elektriker, der im Vorjahr beim Verkauf des einzigartigen Rohrubins "Prince of Burma" in Villach aufgeflogen war, stand heute in Wien vor Gericht.

Geraubter Rohrubin "Prince of Burma".

Foto © APAGeraubter Rohrubin "Prince of Burma".

Ein 21-jähriger Elektriker ist am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht wegen versuchter Hehlerei rechtskräftig zu 15 Monaten Haft, davon ein Monat unbedingt verurteilt worden. Der Mann war in den Besitz einer im vergangenen August in Italien geraubten Schmuck-Kollektion gelangt, die nicht weniger als 340.000 Euro wert war. Allein der "Prince of Burma", ein weltweit einzigartiger Roh-Rubin, wurde auf 76.000 Euro geschätzt. Der Wiener Handwerker sollte im Auftrag eines Mittelsmannes die Beutestücke verkaufen.

Vorwand.Die Preziosen waren am 6. August 2008 in Mailand einem deutschen Juwelenhändler abgenommen worden, der vermutlich von Mafia-Kreisen gezielt in den Süden gelockt worden war. Vorgebliche Interessenten hatten den 45-Jährigen kontaktiert und gebeten, eine Schmuckmesse zu besuchen, um dort seine wertvollsten Stücke begutachten zu können.

Raub. Als der Deutsche nach der Präsentation seiner Ware das Mailänder Messegelände verließ, wurde er von einem Pkw angefahren. Der Juwelier erlitt schwere Verletzungen, sein Koffer mit dem kostbaren Schatz wurde ihm geraubt.

Unbekannter. Wie der junge Elektriker nun Richter Wolfgang Fahrner erklärte, sei in weiterer Folge ein ihm nicht näher bekannter Mann in einem Wiener Kaffeehaus an ihn herangetreten und habe ihn gebeten, einen Käufer für die - auf welchen Wegen auch immer - in der Bundeshauptstadt gelandete Schmucksammlung zu suchen. Zu der Kollektion zählten unter anderem 60 Brillanten und mehr als zwei Dutzend Smaragde.

Belohnung. Er habe nach kurzem Nachdenken eingewilligt, weil ihm dafür eine Belohnung von 20.000 Euro versprochen wurde. "Ich habe eine Frau und zwei Kinder und hätte das Geld gut brauchen können", erläuterte der Angeklagte.

Verdeckte Ermittler. Am 1. November übernahm er den Schmuck, wobei ihm nach eigenen Angaben durchaus klar war, dass dieser aus einer strafbaren Handlung stammte. Er brachte ihn nach Villach, wo angeblich ein Käufer wartete. In Wahrheit handelte es sich dabei um einen verdeckten Ermittler der Polizei. Der 21-Jährige und seine beiden Begleiter - darunter seine 40 Jahre alte Mutter, die bei dem Ganzen eine nicht unwesentliche Rolle gespielt haben dürfte und demnächst mit dem zweiten Mann in Wien einen separaten Prozess bekommt - wurden am 4. November festgenommen.


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