Der Tod im Karst
Vor mehr als 90 Jahren tobte auf den steinig öden Hochflächen des Doberdò-Plateaus ein brutal geführter Stellungskrieg. Ein Essay zu dem Buch "Die Karstfront 1915-1916".

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Weitab von den traditionellen Wegen für Touristen besondere Ökosysteme entdecken, echte Paradiese für Birdwatching-Freunde betreten, Fauna und Flora einer unberührten Natur kennen lernen", davon ist in Prospekten über das Naturschutzgebiet der Gemeinden Doberdò del Lago, Monfalcone und Ronchi dei Legionari zu lesen. Jene, die eine der Routen im "Karst ohne Grenzen" gewandert sind, kommen in der Trattoria Devetak in San Michele del Carso auf ihre Rechnung, die seit 1870 lokale Gastronomiekultur pflegt.
Kampf. Die Idylle durchbrechen allgegenwärtige Spuren des "großen Krieges". Zahlreich sind die Gedenkstätten; fast alle ließen die Faschisten errichten. Etwa jene den Krieg glorifizierende von Redipuglia. An die Gefallenen, die kein Grab fanden, erinnert am Hügel "3" eine Tafel mit der Inschrift: "Auf diesen Hügeln verbrüdern sich tapfer kämpfende Italiener und Ungarn im Tode."
Diplomatie. 23. Mai 1915. Italien erklärte Österreich-Ungarn offiziell den Krieg und stürzte die Donaumonarchie "in eine verzweifelte Lage". Noch im März hatte die österreichische Diplomatie gehofft, durch die Abtretung des Trentino Italiens Neutralität zu erhalten. Die Kampflinie begann am Isonzo, der in zwölf Schlachten die umkämpfte Grenze zwischen Italien und Österreich-Ungarn im slowenischen Karst bildete, und endete am 600 Kilometer entfernten Stilfser Joch an der Schweizer Grenze.
Falkenblick. Zahlenmäßig waren die österreichisch-ungarischen Verteidiger den Italienern unterlegen. Aber es flammte ein heftiger Widerstandsgeist auf. Tiroler, Kärntner, Slowenen und Kroaten wetteiferten in der Verteidigung ihrer Heimat. Und, so lobte ein deutscher General: "Sie alle kannten die Berge, wussten die Büchse zu führen und mit Falkenblick zu spähen, zu zielen und zu treffen."
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