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Zuletzt aktualisiert: 05.02.2009 um 19:32 UhrKommentare

"Karibik billiger als Winter-Urlaub"

FIS-Präsident Kaspar schlägt Alarm: Unverschämte Preise, Klimawandel, aber auch Migrantenkinder, die nicht schifahren lernen sind seiner Ansicht nach schuld, dass es immer weniger Schifahrer gibt.

Immer weniger Schifahrer

Foto © APImmer weniger Schifahrer

Die Zukunft des Schisports war im Rahmen der WM Thema einer spannenden Podiumsdiskussion am Tirol Berg in Val d'Isere. Gian Franco Kasper, der Präsident des Internationalen Schiverbandes (FIS), schlug dabei angesichts der rückgängigen Schifahrer-Zahlen in den Kernländern wie Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien oder Frankreich Alarm.

Preise. Die wichtigsten Ansatzpunkte sind seiner Meinung nach die Senkung der Preise sowie der Versuch, die Jugend wieder für den Schisport zu begeistern. "Die Preise sind bei dieser Problematik etwas sehr Wesentliches. Denn derzeit ist ein zweiwöchiger Karibik-Urlaub billiger als ein Winter-Urlaub", meinte Kasper. Als weitere Gründe für den Rückgang führte der Schweizer den Klimawandel sowie die Migration an, denn Zuwanderer-Kinder würden von ihren Eltern einfach wenig bis überhaupt nicht zum Wintersport gebracht.

Öffnungszeiten. Gegensteuern will Kasper durch ein Wiederaufleben der Schulschikurse und die Initiative "Bring Children to the Snow", eine laut Kasper "Millionen-Kampagne" der FIS. Ganz anders ist die Lage laut Kasper zum Beispiel in Südkorea, davon hat er sich erst vor wenigen Wochen im Rahmen der Snowboard-WM überzeugt. "Da sind die Schipisten bis vier Uhr früh geöffnet und abertausende Kinder sind bis Mitternacht auf dem Schnee."

Gratis. Kasper forderte, dass Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren überall auf der Welt gratis schifahren sollen. Dem stimmte auch Deutschlands Schi-Doppel-Olympiasieger Markus Wasmaier zu, und machte sich gleichzeitig für ein besseres Standing des Sports in der Gesellschaft stark. "Bei uns in Deutschland ist der Sport fünft- oder sechstrangig. Und in der Schule streichen sie die Turnstunden auf eine pro Woche zusammen."

Events. Klar scheint, dass Events wie das Air & Style der Snowboarder in Innsbruck oder der Show-Parallel-Slalom der Alpinen in Moskau eine starke Anziehungskraft auf die Jugend haben. Doch Kasper warnte, sich davon blenden zu lassen. "Natürlich könnte man als Prolog für Kitzbühel eine Schiirampe in Wien aufbauen. Aber das soll nicht die Zukunft des Schisports sein, denn das hat nur noch sehr wenig mit Skisport zu tun", bezog Kasper eine klare Stellung in dieser Frage.


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