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Zuletzt aktualisiert: 25.01.2009 um 12:09 UhrKommentare

Orkan tobte über Europa: Mindestens 15 Tote

Mindestens 15 Tote durch Gewitterstürme in Spanien, Frankreich und Portugal. Nahe Barcelona starben vier Kinder beim Einsturz einer Halle. Millionen Menschen ohne Strom. Eisesglätte in Teilen Deutschlands.

Der Orkan sorgt für einen verwüsteten Kontinent

Foto © ReutersDer Orkan sorgt für einen verwüsteten Kontinent

Mindestens 15 Menschen sind durch Orkanböen mit Windgeschwindigkeiten von fast 200 Stundenkilometer in Spanien, Deutschland und Frankreich ums Leben gekommen. Am schlimmsten wütete der Sturm in Spanien. In Sant Boi de Llobregat bei Barcelona wurden am Samstag vier Kinder im Alter zwischen neun und zwölf Jahren beim Einsturz eines Sporthallendaches getötet. 13 Kinder und zwei Betreuer wurden verletzt.

Todesopfer. In Deutschland starb östlich von Offenbach in Hessen ein 40 Jahre alter Mann, als sein Wagen auf eisglatter Fahrbahn mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstieß. In Gerabronn im deutschen Bundesland Baden-Württemberg wurde ein 70 Jahre alter Mann am Freitagabend von einem Scheunentor erschlagen, das der Sturm aus der Verankerung gerissen hatte.

Fischer ertrunken. In Spaniens Norden sowie an der Mittelmeerküste kamen durch den schlimmsten Orkan seit 15 Jahren fünf weitere Menschen ums Leben, wie der Zivilschutz mitteilte. Vier von ihnen wurden von umstürzenden Bäumen oder Mauern erschlagen. Vor der Küste Galiciens ertrank ein Fischer. In dieser Region im Nordwesten des Landes erreichten die Böen Spitzengeschwindigkeiten von 194 Stundenkilometern. Vor der Küste wurden bis zu 21,5 Meter hohe Wellen gesichtet.

Stromversorgung unterbrochen. In Nordspanien waren rund 700 000 Menschen stundenlang ohne Strom, weil der Orkan Hochspannungsleitungen beschädigt hatte. Zahlreiche Straßen waren wegen entwurzelter Bäume gesperrt, Dächer wurden abgedeckt und Werbetafeln oder Baugerüste umgeweht. Bei der Bahn und im Luftverkehr kam es zu Verspätungen. Die Schiffsverbindungen nach Mallorca und den übrigen Balearen-Inseln wurden eingestellt.

Rekordböen in Frankreich. In Frankreich starben beim schlimmsten Sturm seit 1999 am Samstag nach offiziellen Angaben vier Menschen. Für Millionen Menschen brach die Stromversorgung zusammen. Zehntausende waren ohne Telefon. Météo France verglich den Sturm mit dem Orkan "Lothar", der im Dezember 1999 weite Gebiete West- und Mitteleuropas verheert hatte. In Perpignan seien Rekordböen mit Geschwindigkeiten bis 184 Stundenkilometer gemessen worden.

Verheerende Folgen. Zwei Menschen wurden in ihren Autos von umstürzenden Bäumen erschlagen. Ein 78-jähriger Mann wurde auf seinem Grundstück von herumfliegenden Trümmern tödlich getroffen. Außerdem starb eine Frau, die zu Hause maschinell beatmet wurde, weil der Strom ausfiel. Insgesamt waren 1,7 Millionen Haushalte ohne Elektrizität.

Die Flughäfen von Bordeaux und Toulouse wurden stundenlang gesperrt. Wegen umgestürzter Bäume und Masten brach der Bahn- und Straßenverkehr weiträumig zusammen. Präsident Nicolas Sarkozy wollte am Sonntag in das betroffene Gebiet reisen.

Glatteis. Eisglatte Straßen, starke Schneefälle und Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 176 Stundenkilometern auf dem Feldberg verursachten am Samstag in Deutschland zahlreiche Unfälle vor allem in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern. Bei den meisten Glatteisunfällen blieb es aber bei Blechschäden.

Erdrutsch. Auf der Autobahn 98 im Landkreis Konstanz wurden fünf Menschen verletzt, als ein Erdrutsch fünf Autos und einen Lastwagen unter sich begrub. Die Autobahn musste gesperrt werden. Die Erdmassen konnten nicht sofort abgetragen werden, weil der Hang weiter abzurutschen drohte. Die Polizei löste den Stau vor dem Erdrutsch zunächst nicht auf, um zwei Betrüger dingfest zu machen, die zwei Autos mit Falschgeld bezahlt hatten.


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