Bus-Ausstattung mangelhaft: Frau fährt mit Klage an
Betroffene wurde während der Fahrt verletzt und musste drei Mal operiert werden. Sie sagt, der Haltegriff sei zu gefährlich und will 8145 Euro.

Foto © Weichselbraun
Weil sie während einer Busfahrt schwer verletzt wurde, fordert eine Kärntnerin Schmerzensgeld: Doch die Stadtwerke Klagenfurt als Busbetreiber treten auf die Bremse.
Entschädigung. Nun hat die Frau eine Zivilklage beim Bezirksgericht eingebracht – unter anderem wegen der "schlechten Ausstattung des Busses". Die Frau fordert eine Entschädigung von 8145 Euro. Der Lebensgefährte der Verletzten war dabei als es während der Busfahrt zu dem Zwischenfall kam. Er schildert: "Meine Freundin wollte sich gerade niedersetzen, als der Bus plötzlich abrupt abfuhr." Dadurch habe sie das Gleichgewicht verloren und sei mit dem Gesäß gegen einen Haltegriff geschleudert worden.
Mangelhaft. "Sie wurde im Bereich des Schrittes schwer verletzt", sagt Anwalt Farhad Paya. Die Betroffene musste sofort ins Krankenhaus und in der Folge drei Mal operiert werden. Seit dem Vorfall im Juni dieses Jahres war die Klagenfurterin – sie ist Krankenhaus-Mitarbeiterin – immer wieder für lange Zeit arbeitsunfähig. In der Klage steht wörtlich: "Der Zustand des Busses war mangelhaft." Und weiter: Die Schwere der Verletzung sei darauf zurückzuführen, dass der Haltegriff im Bus nicht ordnungsgemäß abgesichert war. "Der Haltegriff ist aus reinem Metall, dementsprechend hart war der Aufprall. Durch ein Stück Schaumstoff am Griff hätte die schlimme Verletzung verhindert werden können", argumentiert der Freund des Opfers. ?
Kein Eigenverschulden zu erkennen. Anwalt Paya sagt: "Die Alleinschuld am Unfall trifft den Lenker des Busses, da dieser abrupt anfuhr, obwohl sich die Frau noch nicht gesetzt hatte." Zudem, so Paya, haften die Busbetreiber auch für den Haltegriff, der nicht richtig abgesichert war." Stadtwerke-Sprecher Harald Raffer kennt den gerichtsanhängigen Fall zwar nicht im Detail, sagt aber ganz allgemein: "Gerade beim Anfahren eines Busses muss man als Fahrgast immer damit rechnen, dass es zu einem Ruck kommt. Wenn ein Haltegriff vorhanden ist, besteht ja die Möglichkeit, dass man sich daran festhält." Bisher haben die Klagenfurter Stadtwerke keine Entschädigung gezahlt, mit der Begründung, kein Eigenverschulden zu erkennen.
Kundenzufriedenheit. "Grundsätzlich sind unsere Busse gut gesichert", sagt Raffer. "Sollten wir jedoch merken, dass wir einen Fehler gemacht haben, wird es eine Lösung geben. Schließlich sind wir um Kundenzufriedenheit bemüht."











