Die Euro lief ohne "Kriminalboom"
Gesamtkriminalität in Kärnten ging im abgelaufenen Jahr um drei Prozent zurück.
Es waren Horrorszenarien, die rund um die Fußball-Europameisterschaft (Euro) im Sommer und den Wegfall der Grenzkontrollen durch den Beitritt Sloweniens zum Schengen-Staatenbund gezeichnet wurden. "Beide Bereiche haben sich in keinster Weise negativ in der Kriminalstatistik niedergeschlagen", gibt Oberst Christian Martinz, stellvertretender Leiter des Landeskriminalamtes, in einer vorläufigen Bilanz für 2008 Entwarnung.
Rückgang. Obwohl die endgültigen Zahlen erst Mitte Jänner vorliegen werden, lasse sich, so Martinz, schon jetzt ein positiver Trend ablesen. "Wir können von einem Rückgang der angezeigten Straftaten in der Größenordnung von etwa drei Prozent ausgehen", sagt der Offizier.
Ungeklärt. Zwei spektakuläre Groß-Kriminalfälle aus dem Jahr 2008 beschäftigen die Ermittler des LKA weiter: der Mafia-Mord an einer jungen, noch immer unbekannten Frau in Völkermarkt Anfang Oktober sowie der Sargraub des Milliardärs Friedrich Karl Flick Anfang November. "In beiden Fällen laufen intensive Ermittlungen. Es lebt die Hoffnung, einen Aufklärungserfolg zu landen", unterstreicht der erfahrene Kriminalist.
Raubüberfälle angestiegen. Die Zahl der Banküberfälle ist von acht (2007) auf zwei zurückgegangen. Und davon wurde einer geklärt. Sorgen bereitet den Kriminalisten hingegen der Anstieg von Raubüberfällen auf offener Straße. Dabei ist die Beute meist gering, der Gefährdungsgrad der Opfer aber sehr hoch und die Täter kommen meist aus dem Drogenmilieu. "Beschaffungskriminalität wird verstärkt zum Thema", sagt Martinz.
Gute Kooperation. Im Bereich der Eigentumskriminalität - vom Lkw-Diebstahl bis hin zu Serieneinbrüchen in Wohn- und Geschäftsräume - lobt Martinz die enge Kooperation mit Polizeieinheiten im gesamten Schengen-Raum. "Besonders gut funktioniert die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Slowenien", unterstreicht der erfahrene Kriminalist.











