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Zuletzt aktualisiert: 27.12.2008 um 20:29 UhrKommentare

Wiener Jesuitenkirche: Modernes Kreuz zerstört und entwendet

Umstrittenes "Lego-Kreuz" von Manfred Erjautz wurde offensichtlich bewusst vernichtet.

Die Polizei hat noch keine Hinweise auf den oder die Täter

Foto © Erwin ScheriauDie Polizei hat noch keine Hinweise auf den oder die Täter

In der Universitätskirche (Jesuitenkirche) in der Wiener Innenstadt ist ein umstrittenes modernes Kreuz des Künstlers Manfred Erjautz zerstört und teilweise entwendet worden. Wie der Rektor der Kirche, Gustav Schörghofer, der "Kathpress" berichtete, wurde der Vandalenakt am Nachmittag des 23. Dezember entdeckt.

Debatten. Um das Kreuz hatte es seit seiner Aufstellung im Frühjahr 2004 Debatten gegeben, denn es bestand zu einem Großteil aus Lego-Steinen, anstelle des Corpus des Gekreuzigten war ein Lego-Lastauto in den Querbalken eingespannt. Schörghofer wollte mit dem Kreuz und anderen aus Legosteinen gefertigten liturgischen Geräten die Auseinandersetzung zwischen Kirche und moderner Kunst fördern.

Prozessionskreuz. Das Kreuz - es hatte die Gestalt eines Prozessionskreuzes auf einem langen Stab - stand während der Woche frei im Altarraum, während der Gottesdienste wurde es in der Sakristei aufbewahrt. Die Täter hoben das Kreuz aus der Verankerung im Boden, der obere Teil mit dem Lastwagen in der Mitte wurde entwendet, der Stab beim Kirchenausgang liegengelassen. Das Kreuz hatte nach Angaben des Kirchenrektors auf dem Kunstmarkt einen Wert von etwa 10.000 bis 12.000 Euro; die Zerstörung lasse aber auf einen bewussten Vandalenakt schließen und nicht auf einen Kunstdiebstahl.

Keine Hinweise. Die Polizei wurde verständigt. Bisher gebe es aber keine konkreten Hinweise auf den oder die Täter. Er bedaure den Vorfall sehr, so Schörghofer. Man könne über Kunstwerke und ihr Verhältnis zu Kirche, Glaube und Religion durchaus unterschiedlicher Meinung sein. Mit Zerstörungen sei einer fruchtbaren Auseinandersetzung aber sicher nicht gedient.

Renommierter Künstler. Der Bildhauer und Objektkünstler Manfred Erjautz, 1966 in Graz geboren, wurde 1999 mit dem "Msgr. Otto-Mauer-Preis" für bildende Kunst ausgezeichnet. Er ist heute ein international renommierter Künstler und lebt und arbeitet in Wien.


Fakten

Das Kreuz bestand zu einem Großteil aus Lego-Steinen, anstelle des Corpus des Gekreuzigten war ein Lego-Lastauto in den Querbalken eingespannt.

Foto

Foto © Manfred Erjautz, "General Systems", Jesuitenkirche Wien 2004

Um das Kreuz hatte es seit seiner Aufstellung im Frühjahr 2004 Debatten gegebenFoto © Manfred Erjautz, "General Systems", Jesuitenkirche Wien 2004

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