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    Zuletzt aktualisiert: 28.12.2008 um 05:00 UhrKommentare

    Zuwanderung so groß wie noch nie

    Das Statistische Jahrbuch 2008 ist vor Kurzem erschienen - wie immer voller Zahlen und mit einer sensationellen Bevölkerungsprognose, die nicht allen gefallen wird.

    Heiraten ja, Kinder naja! Trotzdem schrumpft Kärnten nicht - dank der Ausländer

    Foto © APA/PfarrhoferHeiraten ja, Kinder naja! Trotzdem schrumpft Kärnten nicht - dank der Ausländer

    Warum es gut ist, dass Kärnten die längste Statistik-Tradition aller Bundesländer hat? Unterabteilungsleiter Peter Ibounig weiß es: "Es bringt schärfere Ergebnisse, aktuelle Zahlen im Licht von 50 Jahren zu bewerten und einzuordnen, als die Werte von nur einigen Jahren zu vergleichen!"

    Unfallstatistik. Ein Beispiel: 2007 starben in Kärnten 58 Menschen im Straßenverkehr. Vor drei Jahren waren es deutlich weniger, nämlich "nur" 45. Auf den ersten Blick eine Tendenz zum Schlechteren, im Langzeitvergleich hingegen nicht. Ibounig: "1972 kamen 219 Menschen auf Kärntens Straßen ums Leben, also fast vier Mal so viele. Man sieht also, dass die Gesamtentwicklung positiv ist."

    Positiv-Rekord. Ebenfalls zum Besseren gewendet hat sich das Schicksal Kärntner Neugeborener. Um 1970 lag Kärnten im negativen Spitzenbereich: Von 1000 Neugeborenen starben 35. Im Vorjahr (und um das geht es ja im Statistischen Jahrbuch 2008) kamen auf 1000 Lebendgeborene nur zwei Sterbefälle. Das ist Rekord - nicht nur für Kärnten, sondern auch im Kanon der anderen Bundesländer.

    Überraschung. Kaum zu glauben, aber es gibt statistische Daten, die sogar den Chef überraschen: die Entwicklung im Bereich der Bevölkerungswanderung: "Noch vor drei Jahren haben wir hochgerechnet, dass es im Jahr 2050 rund 42.000 Kärntner weniger geben wird. Jetzt kommen aktuelle Berechnungen zu dem Schluss, dass sich die Bevölkerung bis 2050 nur um 3600 Personen verringert, also fast gleich bleibt."

    Hintergrund. Der Grund ist die "aktive Wanderungsbilanz". Im Vorjahr haben sich fast 2000 Ausländer mehr in Kärnten niedergelassen als Einheimische fortzogen. Dieses Plus kann leicht die Minusbilanz von 658 Kärntnern ausgleichen, die in andere Bundesländer übersiedelten.

    Riesenplus. Anders gesagt: Rechnet man Neuankömmlinge gegen Kärnten-Emigranten, bleibt erstmals ein Riesenplus von 1311 - und zwar Ausländer. Die sind schuld, dass Kärntens Bevölkerung nicht schrumpft. Und gleich noch ein Schock für Traditionalisten: 8800 der 36.600 Ausländer in Kärnten sind Deutsche, gefolgt von 7373 Bosnien-Herzegowinern und 4585 Kroaten.

    Männer leben länger. Ein Zuckerl zum Schluss: Statistisch leben Kärntner Männer fünf Monate länger als Durchschnittsösterreicher, Frauen in Kärnten sogar sechs Monate. Wenn sich das bei den Ausländern herumspricht...

    JOCHEN BENDELE

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