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Zuletzt aktualisiert: 20.12.2008 um 19:26 UhrKommentare

Wunderkind Martin Kogler im Portrait

Er ist der jüngste Akademiker Österreichs: Martin Kogler. Der schüchterne junge Mann traf sich mit dem Kleine Zeitung Redakteur Achim Schneyder.

Martin Kogler

Foto © APAMartin Kogler

Das Cafe Eiles als Treffpunkt ist nicht zufällig gewählt. "Hier habe ich vor einiger Zeit eine Prüfung abgelegt. Das war an einem Sonntag", erzählt Marian Kogler, bestellt höflich, ja geradezu schüchtern, ein Glas Leitungswasser ("Nein, sonst nichts, danke vielmals") und weiß zu Beginn des Gesprächs nicht wohin mit seinen Händen. Schließlich legt er sie in den Schoss. Er wirkt ein wenig fahrig, ein bisschen unsicher, auch der Fotograf scheint ihn im ersten Moment eher zu irritieren. Aber all das ändert sich im Zuge des Plauderns und bald erwachen auch die Hände mit den langen, schlanken Fingern zum Leben. Nur die Stimme bleibt leise, wenn er Sätze sagt, die keineswegs vorgefertigt klingen. Was insofern fast verwunderlich ist, als der junge Mann dieser Tage sehr oft Rede und Antwort zu ein und dem selben Thema stand. Sogar in der ZiB. "Das war schon recht viel alles."

Lesen mit Zweieinhalb. Marian Kogler war zweieinhalb Jahre alt, als er vor einem Schild stand. "Warum steht da ,Achtung' drauf", wollte er von seinen Eltern wissen. Und die waren einigermaßen erstaunt - der Bub konnte lesen. Keine sechs Monate später waren dann Additionen und Subtraktionen von dreistelligen Zahlen genauso wenig ein Problem wie auch Schreiben. "Hochbegabt" nennt das die Wissenschaft. Und ein "völlig normales biologisches Phänomen". Und so wurde der Knabe mit fünf Jahren eingeschult, übersprang die dritte Klasse Volksschule, kam mit acht ans Gymnasium, wo er ebenfalls die dritte Klasse überging.

Matura mit 15. Mit 15 hat er schließlich maturiert, wobei er in Englisch zwei Versuche benötigte. "Auch ich bin nicht perfekt." Zu diesem Zeitpunkt war Kogler allerdings bereits zwei Jahre außerordentlicher Student an der TU, ehe er jetzt sein Bachelorstudium "Software & Information Engineering" abgeschlossen hat. Der nächste Schritt ist das Masterstudium "Computational Intelligence", parallel dazu stehen auch noch "Sprachwissenschaften" auf dem Lehrplan des ehrgeizigen Jung-Genies. "Weil mich fasziniert, dass wir so sprechen, wie wir es tun. Woher kommt das, wer hat die Grammatik erfunden, was bedeuten die einzelnen Wörter, wer hat sie erfunden? Das ist ein sehr spannendes und sehr weites Feld."

In die Wissenschaft. Dann lehnt sich Kogler zurück, trinkt einen Schluck Wasser, zaghaft, schaut über den Brillenrand und denkt nach. "Nein", sagt er schließlich, "ich weiß noch nicht, was ich später machen werde. Nur soviel: Es wird sicherlich mit Wissenschaft zu tun haben. Wobei ich allerdings nicht glaube, dass ich irgendwann einmal etwas erfinden oder erforschen werde, was die Welt verändert."


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