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Zuletzt aktualisiert: 12.12.2008 um 20:51 UhrKommentare

Angst in Rom vor Überschwemmung durch den Tiber

In Rom droht der Tiber Rom zu überfluten. 30.000 Hektar Land rund um der italienischen Hauptstadt sind bereits überschwemmt.

Der Tiber "bedroht" Rom

Foto © APDer Tiber "bedroht" Rom

Rom befürchtet, dass der Tiber in der Nacht auf Samstag über die Ufer treten und ganze Stadtvierteln überschwemmen könnte. Nach tagelangen Regenfällen entwarf der Zivilschutz einen Evakuierungsplan für die nördlichen Stadtteile, die am stärksten von der Überschwemmung bedroht sind. Der Fluss habe in den vergangenen 40 Jahren nicht so viel Wasser geführt wie jetzt, sagte Zivilschutzchef Guido Bertolaso. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Die TV-Sender berichten live über die Lage des Flusses, der immer bedrohlicher wird. Der Höhepunkt des Hochwassers sollte gegen Mitternacht erreicht werden.

Warnung. Der "Tevere", der derzeit mit ungewohnter Breite und Macht durch die italienische Hauptstadt fließt, lockte Hunderte Touristen, die den Fluss fotografierten. Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno rief die Römer auf, sich nicht entlang dem Tiber aufzuhalten, um zu fotografieren. "Das ist keine Show" kommentierte der Bürgermeister.

Boote weggerissen. Drei große Boote, die am Fluss verankert waren und als Restaurants und Bars dienten, lösten sich von den Seilen und wurden vom Wasser weggerissen. Die Boote prallten gegen die Bögen der Engelsbrücke, wo sie feststeckten. Stundenlang versuchte die Feuerwehr die Boote loszulösen.

30.000 Hektar überschwemmt. Die Flüsse Tiber und Aniene traten auch im nördlichen Teil der Region Latium und in Umbrien über die Ufer. 30.000 Hektar Landwirtschaftsgebiet wurden überschwemmt. Der Landwirtschaftsverband Coldiretti sprach von Schäden in Millionenhöhe.

Venedig. Fast ganz Italien leidet derzeit unter dem Wetter - von heftigen Schneefällen im Norden bis zu schwerem Regen und Sturm im Süden. In Venedig stand das Wasser bis zu 1,1 Meter hoch. Ein Großteil der Lagunenstadt ist überschwemmt. In Trentino warnten die Behörden vor Lawinengefahr. In Friaul Julisch Venetien drohen mehrere Flüsse über die Ufer zu treten. Im Seriana-Tal in der Lombardei waren rund 600 Menschen wegen einer Lawine von der Umwelt abgeschnitten.

Süditalien. Heftige Regenfälle auch in Süditalien: In Kalabrien stürzte bei Polistena eine Brücke ein und begrub einen Mann unter sich, der einem liegengebliebenen Autofahrer zu Hilfe kommen wollte. Seit Donnerstag wurden bereits drei Unwetteroper gemeldet. Am Donnerstag ertrank eine Frau, nachdem ihr Auto in einer Unterführung in Rom vom Wasser eingeschlossen worden war. Ein Pensionist in Kalabrien war ebenfalls am Donnerstag ums Leben gekommen, nachdem ein Baum auf sein Auto gefallen war.


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