Angst in Rom vor Überschwemmung durch den Tiber
In Rom droht der Tiber Rom zu überfluten. 30.000 Hektar Land rund um der italienischen Hauptstadt sind bereits überschwemmt.

Foto © APDer Tiber "bedroht" Rom
Rom befürchtet, dass der Tiber in der Nacht auf
Samstag über die Ufer treten und ganze Stadtvierteln überschwemmen
könnte. Nach tagelangen Regenfällen entwarf der Zivilschutz einen
Evakuierungsplan für die nördlichen Stadtteile, die am stärksten von
der Überschwemmung bedroht sind. Der Fluss habe in den vergangenen 40
Jahren nicht so viel Wasser geführt wie jetzt, sagte Zivilschutzchef
Guido Bertolaso. Die Feuerwehren waren im Dauereinsatz. Die TV-Sender
berichten live über die Lage des Flusses, der immer bedrohlicher
wird. Der Höhepunkt des Hochwassers sollte gegen Mitternacht erreicht
werden.
Warnung.
Der "Tevere", der derzeit mit ungewohnter Breite und Macht durch
die italienische Hauptstadt fließt, lockte Hunderte Touristen, die
den Fluss fotografierten. Der römische Bürgermeister Gianni Alemanno
rief die Römer auf, sich nicht entlang dem Tiber aufzuhalten, um zu
fotografieren. "Das ist keine Show" kommentierte der Bürgermeister.
Boote weggerissen.
Drei große Boote, die am Fluss verankert waren und als Restaurants
und Bars dienten, lösten sich von den Seilen und wurden vom Wasser
weggerissen. Die Boote prallten gegen die Bögen der Engelsbrücke, wo
sie feststeckten. Stundenlang versuchte die Feuerwehr die Boote
loszulösen.
30.000 Hektar überschwemmt.
Die Flüsse Tiber und Aniene traten auch im nördlichen Teil der
Region Latium und in Umbrien über die Ufer. 30.000 Hektar
Landwirtschaftsgebiet wurden überschwemmt. Der Landwirtschaftsverband
Coldiretti sprach von Schäden in Millionenhöhe.
Venedig.
Fast ganz Italien leidet derzeit unter dem Wetter - von
heftigen Schneefällen im Norden bis zu schwerem Regen und Sturm im
Süden. In Venedig stand das Wasser bis zu 1,1 Meter hoch. Ein
Großteil der Lagunenstadt ist überschwemmt. In Trentino warnten die
Behörden vor Lawinengefahr. In Friaul Julisch Venetien drohen mehrere
Flüsse über die Ufer zu treten. Im Seriana-Tal in der Lombardei waren
rund 600 Menschen wegen einer Lawine von der Umwelt abgeschnitten.
Süditalien.
Heftige Regenfälle auch in Süditalien: In Kalabrien stürzte bei
Polistena eine Brücke ein und begrub einen Mann unter sich, der einem
liegengebliebenen Autofahrer zu Hilfe kommen wollte. Seit Donnerstag
wurden bereits drei Unwetteroper gemeldet. Am Donnerstag ertrank eine
Frau, nachdem ihr Auto in einer Unterführung in Rom vom Wasser
eingeschlossen worden war. Ein Pensionist in Kalabrien war ebenfalls
am Donnerstag ums Leben gekommen, nachdem ein Baum auf sein Auto
gefallen war.










