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Zuletzt aktualisiert: 09.12.2008 um 17:58 UhrKommentare

TIMSS: Höherer Migrantenanteil ist nicht für Absturz verantwortlich

Dennoch gibt es große Unterschiede zwischen Leistungen von Migranten und Österreichern.

Foto © APA

"Die höheren Anteile an Migranten bei TIMSS 2007 tragen geringfügig zur Verschlechterung bei, sind aber keine ausreichende Erklärung" für das schlechtere Abschneiden Österreichs bei der Bildungsvergleichsstudie TIMSS 2007 (Trends in International Mathematics and Science Study). Das betonten Experten des Bundesinstituts für Bildungsforschung BIFIE bei der Präsentation der Ergebnisse am Dienstag in Wien.

Unterschiede. Österreichische Schüler der 4. Klasse Volksschule haben zwar deutlich besser abgeschnitten als Mitschüler mit Migrationshintergrund. Im Vergleich zu 1995 haben sich aber ihre Leistungen deutlich verschlechtert, während die Schüler mit Migrationshintergrund 2007 gleich schwach abgeschnitten haben wie bei der ersten Teilnahme Österreichs im Jahr 1995.

Mittelwert. So haben die einheimischen Schüler bei TIMSS 2007 in Mathematik einen Mittelwert von 513 Punkten erreicht, das sind 25 Punkte weniger als 1995. In den Naturwissenschaften haben sie mit 538 Punkten im Vergleich zum letzten Mal zehn Punkte eingebüßt. Kinder mit Migrationshintergrund haben im gleichen Zeitraum in Mathematik einen Punkt bzw. in Naturwissenschaften zwei Punkte weniger erreicht. Der Anteil der Migranten ist dabei von 11 Prozent (1995) auf 17 Prozent (2007) gestiegen.

Markanter Unterschied. Insgesamt gibt es einen markanten Unterschied zwischen den Kompetenzen von Schülern ohne und mit Migrationshintergrund: In Mathematik erreichten Kinder der ersten Einwanderergeneration (Eltern und Kind eingewandert) mit 462 Punkten um 51 weniger als einheimische Schüler, Kinder der zweiten Generation (Eltern im Ausland aufgewachsen, Kind aber in Österreich) erzielten mit 477 Punkten 36 weniger als Einheimische. In der Naturwissenschaft ist der Abstand noch größer: Einheimische erreichten 538 Punkte, Kinder der ersten Einwanderergeneration 454 (84 Punkte weniger) und der zweiten Generation 476 (62 Punkte weniger).
Differenz. Die BIFIE-Experten betonten allerdings, dass sich diese Differenz bei den Leistungen in fast alle zentraleuropäischen Staaten zeige - "im Unterschied etwa zu Singapur oder Hongkong, wo Migrantengruppen sogar besser als die einheimischen Schüler abschneiden." Diese beiden Staaten sind bei TIMSS in Mathematik wie Naturwissenschaften jeweils unter den drei besten gelandet.


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