TIMSS: Höherer Migrantenanteil ist nicht für Absturz verantwortlich
Dennoch gibt es große Unterschiede zwischen Leistungen von Migranten und Österreichern.

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"Die höheren Anteile an Migranten bei TIMSS 2007
tragen geringfügig zur Verschlechterung bei, sind aber keine
ausreichende Erklärung" für das schlechtere Abschneiden Österreichs
bei der Bildungsvergleichsstudie TIMSS 2007 (Trends in International
Mathematics and Science Study). Das betonten Experten des
Bundesinstituts für Bildungsforschung BIFIE bei der Präsentation der
Ergebnisse am Dienstag in Wien.
Unterschiede.
Österreichische Schüler der 4. Klasse Volksschule haben zwar
deutlich besser abgeschnitten als Mitschüler mit
Migrationshintergrund. Im Vergleich zu 1995 haben sich aber ihre
Leistungen deutlich verschlechtert, während die Schüler mit
Migrationshintergrund 2007 gleich schwach abgeschnitten haben wie bei
der ersten Teilnahme Österreichs im Jahr 1995.
Mittelwert.
So haben die einheimischen Schüler bei TIMSS 2007 in Mathematik
einen Mittelwert von 513 Punkten erreicht, das sind 25 Punkte weniger
als 1995. In den Naturwissenschaften haben sie mit 538 Punkten im
Vergleich zum letzten Mal zehn Punkte eingebüßt. Kinder mit
Migrationshintergrund haben im gleichen Zeitraum in Mathematik einen
Punkt bzw. in Naturwissenschaften zwei Punkte weniger erreicht. Der
Anteil der Migranten ist dabei von 11 Prozent (1995) auf 17 Prozent
(2007) gestiegen.
Markanter Unterschied.
Insgesamt gibt es einen markanten Unterschied zwischen den
Kompetenzen von Schülern ohne und mit Migrationshintergrund: In
Mathematik erreichten Kinder der ersten Einwanderergeneration (Eltern
und Kind eingewandert) mit 462 Punkten um 51 weniger als einheimische
Schüler, Kinder der zweiten Generation (Eltern im Ausland
aufgewachsen, Kind aber in Österreich) erzielten mit 477 Punkten 36
weniger als Einheimische. In der Naturwissenschaft ist der Abstand
noch größer: Einheimische erreichten 538 Punkte, Kinder der ersten
Einwanderergeneration 454 (84 Punkte weniger) und der zweiten
Generation 476 (62 Punkte weniger).
Differenz.
Die BIFIE-Experten betonten allerdings, dass sich diese Differenz
bei den Leistungen in fast alle zentraleuropäischen Staaten zeige -
"im Unterschied etwa zu Singapur oder Hongkong, wo Migrantengruppen
sogar besser als die einheimischen Schüler abschneiden." Diese beiden
Staaten sind bei TIMSS in Mathematik wie Naturwissenschaften jeweils
unter den drei besten gelandet.










