Breite Mehrheit in Schweiz gegen Freigabe des Cannabisrauchens
Die Schweizer haben in einer Volksabstimmung eine Neufassung des Betäubungsmittelgesetzes gebilligt, zugleich aber eine Initiative zur Legalisierung des Haschisch-Konsums abgelehnt.

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Die Gesetzesänderung ermöglicht die Weiterführung der ärztlichen
Heroinverschreibung an Drogenabhängige. Diese Praxis wurde 1999 von
54 Prozent der Schweizer gebilligt, damals aber auf zehn Jahre
befristet. Der Neufassung des Gesetzes mit der unbefristeten,
kontrollierten Abgabe von Heroin stimmten nach einer Hochrechnung des
Forschungsinstituts gfs.bern jetzt 70,5 Prozent der Schweizer zu.
Weniger Drogentote.
Die ärztliche Abgabe von Heroin an Suchtkranke gehört zu einer
Strategie der Prävention, Repression, Therapie und Schadensminderung.
Dieses sogenannte Vier-Säulen-Prinzip wurde schon vor 15 Jahren
entwickelt. Dadurch sei die Zahl der Drogentoten gesunken, erklärte
die Regierung. Die nun noch ausgebaute Strategie sieht vor, den
Einstieg in die Drogenwelt zu verhindern. Möglichst vielen Abhängigen
soll geholfen werden, aus ihrer Sucht auszusteigen.
Abgelehnt.
Abgelehnt wurde dagegen die Initiative "Für eine vernünftige
Hanf-Politik mit wirksamem Jugendschutz", die eine
"Entkriminalisierung" des Cannabis-Konsums anstrebte. Die
Hochrechnungen ergaben einen Anteil von rund 65 Prozent Nein-Stimmen.
Schon vor der Abstimmung hatten sich Parlament und Regierung gegen
die Freigabe ausgesprochen. Gegner hatten sich besorgt darüber
geäußert, dass die Schweiz bei einer Zulassung von Haschisch und
Marihuana zum "Drogen-Mekka" Europas werden könnte.
Keine Mehrheiten.
Ebenfalls keine Mehrheiten fanden Initiativen des
Gewerkschaftsbundes zur Einführung eines flexiblen Pensionsalters ab
62 Jahren und der Freisinnig-Demokratischen Partei zur Einschränkung
des Beschwerderechts von Umwelt-, Natur- und Heimatschutzverbänden.
Gute Chancen kann sich demgegenüber die Volksinitiative "für die
Unverjährbarkeit pornografischer Straftaten an Kindern" ausrechnen.
Features
Fakten
Seit der Einführung von Volksinitiativen in der Schweiz im Jahr 1891 sind erst 15 solche Begehren erfolgreich gewesen.











