Schweizer Soldaten sollen nun auf Piratenjagd gehen
Die Piraterie am Horn von Afrika bewegt auch bei den Eidgenossen die Gemüter: "Halt, wir sind neutral - bitte kapern Sie doch dieses Schiff dort drüben?", gelte als Ausrede nicht.

Foto © APABekommt er es bald mit Eidgenossen zu tun?
Der scheidende Bundespräsident Pascal Couchepin (Freisinnige/FDP) machte klar: "Wir sind bereit, Soldaten nach Somalia zu schicken". Die Schweizer Regierung (Bundesrat) prüft
eine Beteiligung an der EU-Schutzaktion "Atalanta" mit eigenen Spezialtruppen. Die EU würde im Gegenzug Schweizer Hochseeschiffe eskortieren.
"Keine andere Wahl". Couchepin, vehementer Befürworter der Einsätze, äußerte sich in
einem Interview deutlich: "Wir haben doch keine andere Wahl. Wollen
Sie den Piraten sagen: Halt, wir sind neutral - bitte kapern Sie doch
dieses Schiff dort drüben?" Vor einem definitiven Entscheid sollen
nun noch juristische und finanzielle Details geprüft werden.
Hilfe gebraucht. Wer die Hilfe angefordert hat, erscheint unklar. Nachdem bereits
ein Schweizer Schiff auf dem Weg zum saudischen Hafen Dammam von Piraten bedrängt worden ist, habe die Hochseeflotte um Unterstützung gebeten, berichtet die "Sonntagszeitung".
Keine Soldaten. Eric Andre, Präsident des Verbandes Schweizerischer Seereedereien,
ist indes skeptisch: "Wir wollen keine Soldaten auf den Schiffen". Derzeit hätten auch die meisten Schiffe der EU keine Soldaten dabei. Durch eine Bewaffnung der Schweizer Flotte steige die Gefahr einer Eskalation. Ein Einsatz auf helvetischen Schiffen sei höchstens dann
denkbar, wenn das alle Staaten tun, gab Andre laut der "NZZ am Sonntag" zu bedenken.
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In den vielbefahrenen Gewässern vor dem Horn von Afrika treiben Piraten seit Monaten ihr Unwesen. Sie haben 2008 weit über 60 Schiffe gekapert und Millionenbeträge von den Reedern erpresst.
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Vor einigen Wochen einigten sich die EU-Außenminister darauf, gegen die Piraten vor der Küste Somalias militärisch vorzugehen. Über den Einsatzplan und den Starttermin soll Anfang Dezember entschieden werden. Bis zu zehn Länder wollen sich beteiligten, darunter auch Deutschland mit einer Fregatte.










