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Zuletzt aktualisiert: 19.11.2008 um 19:27 Uhr

Roma werden immer mehr zur Zielscheibe

Wieder Attacke auf Roma in Ungarn: Zwei Menschen starben. Die Gewalt gegen die Volksgruppe hat in den letzten Monaten stark zugenommen.

Hier passierte die Handgranaten-Attacke

Foto © APAHier passierte die Handgranaten-Attacke

Eine Handgranate fliegt durch das Fenster eines Einfamilienhauses in Ungarn. Durch die Wucht der Detonation sterben zwei Menschen. Sie waren Roma. Der grausame Anschlag in der südungarischen Stadt Pecs ist kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu Gewalttaten gegenüber der Volksgruppe der Roma in Ungarn, aber auch in anderen europäischen Ländern.

Molotow-Cocktails. Erst am 3. November hatten Unbekannte eine Roma-Siedlung in der ostungarischen Ortschaft Nagysecs mit Molotow-Cocktails angegriffen und auf die Flüchten den geschossen. Zwei Menschen starben damals, auch sie waren Roma. Gefasst werden die Täter in den wenigsten Fällen. Die Roma sind oft unerwünscht. Viele Familien sind sehr arm, sie leben in Ghettos oder Slums und haben oft begrenzten Zugang zum Bildungssystem. So müssen die Kinder vor allem in Ungarn, der Slowakei und Tschechien häufig auf Schulen für Erziehungsschwierige oder Lernbehinderte gehen. Manche rutschen in die Kriminalität.

Rechtsextreme Gruppen. Die steigende Gewalt gegen sie bringen Roma-Vertreter mit dem Erstarken rechtsextremer Gruppen in Verbindung. Auch in Tschechien nehmen Spannungen zu. Erst am Montag marschierten 500 Rechtsextreme auf das Roma-Viertel der Stadt Litvinov. Nach rassistischen Reden griffen die Demonstranten die rund tausend Polizisten an, die den Weg zur Roma-Siedlung abgesperrt hatten. Es gab 14 Verletzte.

Viele wandern aus. Tausende tschechische Roma-Familien hält es nicht mehr im Land. Sie fühlen sich so diskriminiert, dass sie auswandern. Am liebsten nach Kanada. Das Land war schon 1997 Ziel einer ersten Auswanderungswelle. Derzeit gehören etwa 300.000 Menschen der 10,3-Millionen-Bevölkerung Tschechiens zur Volksgruppe der Roma.

Ghettos. Sie leben unter ärmlichen Verhältnissen, oft auf nur wenigen Quadratmetern. So entstanden an den Rändern der Städte ganze Ghettos. Verglichen mit anderen tschechischen Familien leben überdurchschnittlich viele Roma von sozialer Unterstützung. Dies wiederum nährt Vorurteile in der Bevölkerung, Roma seien arbeitsscheu und lebten von der Kriminalität.


Roma in Italien

Nicht nur Osteuropa, auch Italien sorgte mit Überfällen und Brandanschlägen auf Roma-Siedlungen für Schlagzeilen: Viele der vor allem aus Rumänien zugewanderten Roma leben in Barackensiedlungen am Rand der Großstädte und werden oft für Diebstähle verant-
wortlich gemacht. Italiens Regierung zog heftige Kritik auf sich, als sie zur Registrierung aller Roma Fingerabdrücke nehmen wollte.

Foto

Foto © AP

Übergriffe in ItalienFoto © AP

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