Ärztekammer: "Unabhängige Forschung nicht möglich"
Ärztekammer wehrt sich gegen Korruptionsvorwürfe. Aber: Pharmafirmen sind mächtig.
Das Buch "Korrupte Medizin" des Autors Hans Weiss, in dem Ärzten vorgeworfen wird, von der Pharmaindustrie gekauft zu werden, sorgt auch in Kärnten für Diskussion. "Den Vorwurf der Korruption weise ich strikt zurück", sagt Othmar Haas, Präsident der Kärntner Ärztekammer.
Unsummen. Haas räumt aber ein, dass die Pharmaindustrie über ein großes Machtpotenzial verfügt. "Eine unabhängige Forschung ist nicht mehr möglich. Denn bevor ein Medikament auf den Markt kommt, sind zahlreiche Studien notwendig. Das kostet Unsummen", erklärt der Lungenfacharzt. Auch bei der Fortbildung von jungen Ärzten ist die Pharmaindustrie als Sponsor nicht mehr wegzudenken. "Sie unterstützt Kollegen, indem sie zum Beispiel einmal einen Flug zu einem Seminar zahlt oder große Kongresse mitfinanziert", sagt Haas.
Transparenz. Allerdings wird bei der Ärzteschaft in diesen Fällen Wert auf Transparenz gelegt. "Es muss verdeutlicht werden, wer der Sponsor ist." Gleichzeitig bemüht sich die Kärntner Ärztekammer im Rahmen ihrer Möglichkeiten, einer Vereinnahmung bei Fortbildung entgegenzuwirken. "Wir haben selbst allein in diesem Jahr 120 Veranstaltungen angeboten." Und: "Es gibt einen strengen Verhaltenskodex."











