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Zuletzt aktualisiert: 15.11.2008 um 05:00 UhrKommentare

Boy´s Day: "Mehr Männer in Pflege und Erziehungsberufe!"

Sozialministerium will verkrustete Berufsvorstellungen aufbrechen. Die Caritas-Männerberatung hilft dabei - mit dem "Boy's Day" am Montag.

Was lange währt, wird endlich gut - und Männer sind halt gelegentlich recht langsam. Sechs Jahre nach dem ersten "Girl's Day", der Mädchen die technischen Berufe schmackhaft machen soll, hat Kärnten seinen ersten "Boy's Day". Das Ziel ist ähnlich, wenn auch umgekehrt: "Burschen und junge Männer sollten mal darüber nachdenken, ob sie nicht im Erziehungs- oder Pflegebereich arbeiten wollen", erklärt Mario Gasser von der Männerberatung der Caritas, die die Initiative des Sozialministeriums in Kärnten umsetzt.

Abwesende Männer. 85 Prozent der Arbeitskräfte im Bildungsbereich und 80 Prozent des Pflegepersonals sind weiblich. Frauen im Kindergarten, Frauen in der Volksschule, Frauen in Haupt- und weiterführenden Schulen und dann noch Väter, die beruflich meistens abwesend sind: "So können Buben kaum ein positives Männerbild entwickeln - und Mädchen keine selbstverständliche und alltägliche Beziehung zu Männern erfahren", sagt Gasser. So hätten allein erziehende Mütter oft Probleme mit der Aggressivität ihrer pubertierenden Söhne, die sie fruchtbarer am Vater oder wenigstens an einem Mann abreagieren sollten, statt an einer Frau. "Nur Männer können Buben und Burschen ein positives Männerbild vermitteln."

Pflege braucht jede Hand. Dass Männer in wirtschaftlichen Krisenzeiten Frauen aus Pflegeberufen verdrängen könnten, diese Gefahr sieht Gasser nicht: "Der Vorstand einer großen Sozialorganisation hat mir gesagt, dass bis zum Jahr 2050 in der Pflege jede Arbeitskraft gebraucht wird, unabhängig von ihrem Geschlecht."

Bedarf. Gasser glaubt, dass auch viele Patienten - etwa in der Urologie - männliches Pflegepersonal vorziehen würden. Ohne neue Formen der Sozialisierung werde es keine Änderung geben, fürchtet Gasser. Manchmal genügt schon der Wunsch nach so einem scheinbar unmännlichen Beruf, dass die Betreffenden ausgespottet werden." Pioniere haben es halt schwerer - und das ist doch durchaus männlich...

JOCHEN BENDELE

Fakten

Wann und wo? Montag, 17. November ab 17.30; Gemeindezentrum St. Ruprecht, 9020 Klagenfurt, Kinoplatz 3.
Was? Podiumsdiskussion "Männer in erziehenden und pflegenden Berufen - Gleich-berechtigt? Gleich-wertig? Gleich-gültig?" (17.30 Uhr) Anschließend Konzert mit "Ties on fire".

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