Hilferuf via Handy kam zu spät: Autofahrer von Zug erfasst und getötet
30-jähriger Niederösterreicher stürzte mit Auto auf Gleis. Er konnte sich nicht befreien, schaffte es jedoch, die Freundin anzurufen - kurz darauf kam der Zug.

Foto © APA
Er hatte noch mit dem Handy seine Freundin angerufen. Ihr in Panik geschildert, dass er einen Unfall gehabt habe, mit dem Wagen auf den Schienen liege und nicht rauskomme. Doch als die alarmierte Rettung ein paar Minuten später vor Ort war, war es bereits zu spät: Mit 100 km/h erfasste ein Güterzug in der Nacht zum Freitag das Wrack auf den Gleisen, riss es 400 Meter mit - für den 30-jährigen Lenker kam jede Hilfe zu spät. Er erlitt einen Gehirnaustritt.
Kurze Zeitspanne. "Da ging's um ein paar Minuten", nicht mehr, schildert ein Sprecher von Notruf 144 in Niederösterreich - laut Christoph Seif von den ÖBB dürften es "fünf bis sieben" gewesen sein. Eine kurze Zeitspanne für das Anlaufen der Rettungsaktion - aber sicher eine albtraumhaft lange Zeit für den 30-Jährigen, der da eingeklemmt im Auto lag. Michael M. aus Herzogenburg war auf der LB 43 von Gemeinlebarn Richtung Traismauer (NÖ) unterwegs gewesen, als es passierte. Auf einem schnurgeraden Straßenstück kam er von der Fahrbahn ab, prallte gegen einen Bahndamm - der Fahrzeug wurde hochgeschleudert und kam mit dem Dach auf dem Gleis zu liegen.
Kein Entrinnen. Für den Lenker gab es kein Entrinnen. Er war eingeklemmt, konnte sich nicht befreien, konnte nur mit dem Handy die Freundin anrufen. Die schlug sofort über Notruf bei der Rettung Alarm. Rettung und Notarztwagen wurden losgeschickt, gleichzeitig die ÖBB-Notfallleitstelle alarmiert - doch zu spät. Alfred H. (45), der in diesem Moment mit einem Lastzug von Traismauer Richtung Gemeinlebarn unterwegs war, bekam die Meldung nicht mehr. Er sah nur noch "zwei schwach leuchtende Rotlichter", dann krachte es schon.
Schwerer Schock. Der Lokführer erlitt einen schweren Schock, er musste vom Kriseninterventionsteam betreut werden.
Features
Bahnunfälle
Laut Innenministerium waren im Vorjahr 31 Tote auf Bahnübergängen zu beklagen.
Besonders tragisch ein Unfall heuer in der Oststeiermark: Ein Familienvater dürfte das blinkende Rotlicht an der Bahnkreuzung in Takern II übersehen haben - er und die Kinder (6 Jahre und 22 Monate) starben.











