Tierquäler muss jungen Dackel abgeben
Nachdem die Kleine Zeitung aufgedeckt hatte, dass Villacher Tierquäler wieder einen Welpen besitzt, reagierte zuständiger Stadtrat rasch.

Foto © KK/Tierrettung SchoberDie junge Dackel-Hündin
Nach dem Exklusivbericht der Kleinen Zeitung über jenen Villacher Tierquäler, der jetzt wieder einen Welpen hat, überschlugen sich die Ereignisse. Der Mann hatte bekanntlich seinen Schäferhund "Rocky" mit Schnaps beinahe zu Tode gequält. Immer mehr Nachbarn erzählten von tierquälerischen Methoden, die der Mann offenbar vor den Augen aller straffrei praktizieren kann. Walter Lang, der in Villach zuständige Stadtrat für Tierschutz, reichte es daraufhin: Er gab am Abend die Weisung, den erst acht bis zehn Wochen alten Dackel "Cindy" zu beschlagnahmen.
In Käfig eingesperrt. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Vorfall gestern Vormittag: Nachbarn boten dem betrunkenen Mann an, seinen jungen Dackel "Cindy" für 200 Euro und drei Flaschen Wodka abzukaufen. "Mir tut das Hundebaby einfach leid, es ist immer mit Kot beschmutzt - und in der Wohnung wird es in einem Käfig eingesperrt, damit es nichts schmutzig macht", berichtet ein Anrainer. "Das hat er uns selbst erzählt." Dass man ihm seinen Hund abkaufen wollte, brachte den Mann in Rage. "Er hat gesagt, dass er ihn jetzt umbringt." Die Nachbarschaft verständigte daraufhin die Polizei. Die Beamten hatten jedoch keine rechtliche Handhabe hatte, dem Mann seinen Hund abzunehmen. Sie zogen wieder ab.
Zwangsabnahme. Anschließend glühten die Telefonleitungen zwischen Tierschützern, Bevölkerung und der zuständigen Behörde im Magistrat. Auguste Windisch vom Tierschutzverein Villach beantragte nochmals die Zwangsabnahme. Die Tierrettung Schober rückte aus, konnte den Dackel nicht mitnehmen, da eine Tierquälerei nicht erkennbar war.
Gefahr in Verzug. Nach Überprüfung aller Vorwürfe und der Vorgeschichte des Tierhalters hat Stadtrat Walter Lang am Nachmittag die schriftliche Weisung erteilt, den Hund vorübergehend zu beschlagnahmen. "Ich als Tierliebhaber will da nicht mehr länger zusehen. Es ist Gefahr in Verzug", sagt Lang. "Gleichzeitig muss so schnell wie möglich ein Tierhalteverbot ausgesprochen werden. So kann es nicht weitergehen" Auch die Kärntner Tierschutzombudsfrau Marina Zuzzi-Krebitz sieht das so. "Cindy" wird vorübergehend in einer Institution gut untergebracht werden. Zu Redaktionsschluss war die Polizei noch auf der Suche nach dem Mann. Er war mit seiner Hündin offenbar untergetaucht.











